Paket nach Venezuela versenden: Zoll, IVA und Laufzeit
Von Deutschland nach Caracas, Valencia oder Maracaibo: Versand und Einfuhr richtig vorbereiten
Venezuela liegt an der Karibikküste im Norden Südamerikas und besitzt durch seine Häfen und seine Nähe zum Panama-Kanal eine strategisch interessante Lage für internationale Warenströme. Wichtige Wirtschafts- und Logistikzentren sind insbesondere Caracas, Valencia, Maracay, Maracaibo und Puerto Cabello. Für deutsche Unternehmen können vor allem Maschinen, Ersatzteile, Elektrotechnik, Pumpen, Energie- und Antriebstechnik, Chemieprodukte, Lebensmitteltechnik, Fahrzeugteile sowie Industrieausrüstung interessant sein.
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Bei Venezuela entscheidet der HS-Code über Zoll, Steuer und mögliche Importerleichterungen
Eine pauschale Venezuela-Zollquote ist für eine reale Versandkalkulation wenig hilfreich.
Je nach Produkt können unterschiedliche Zollsätze, Importgenehmigungen oder zeitlich begrenzte Steuererleichterungen gelten.
Warenbeschreibung, HS-Code, Warenwert und Empfänger sollten deshalb vor der Abholung eindeutig feststehen.
16 % IVA richtig berücksichtigen
Der reguläre venezolanische IVA-Satz beträgt 16 Prozent. Importierte Waren unterliegen grundsätzlich ebenfalls der IVA, sofern keine gesetzliche Befreiung oder aktuelle Sonderregelung greift.
Zollsatz produktbezogen prüfen
Reguläre Einfuhrzölle liegen bei vielen Waren im Bereich von etwa 5 bis 35 Prozent. Kapitalgüter können niedrigere Sätze aufweisen als fertige Konsumprodukte. Maßgeblich bleibt jedoch immer die konkrete Tarifposition.
Aktuelle Befreiungen 2026 beachten
Für 2026 bestehen zeitlich begrenzte Steuer- und Zollbefreiungen für zahlreiche definierte Tarifpositionen. Eine mögliche Begünstigung sollte deshalb vor dem Import anhand des aktuellen Zolltarifs und der jeweiligen Voraussetzungen geprüft werden.
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Wichtige Informationen zu Zoll & Einfuhrabgaben
DAP oder DDP nach Venezuela?
Vor dem Versand sollte eindeutig festgelegt werden, wer die Einfuhrabfertigung und die Importkosten übernimmt.
Bei DAP organisiert der Verkäufer grundsätzlich den Transport bis zum vereinbarten Bestimmungsort.
Die Einfuhrabfertigung übernimmt grundsätzlich der Empfänger.
Dabei können unter anderem entstehen:
- Einfuhrzoll
- 16 % IVA
- Zollabfertigungsgebühren
- Customs Service Fees
- gegebenenfalls produktspezifische Abgaben
- Importgenehmigungen
- Zollagentenkosten
- Carrier- und Lagerkosten
Bei DDP übernimmt dagegen der Verkäufer die vereinbarten Einfuhrkosten und weitergehenden Pflichten.
Für Venezuela sollte DDP nicht pauschal angeboten werden.
Vorher sollten mindestens geprüft werden:
- HS-Code
- Zollwert
- Einfuhrzoll
- IVA
- aktuelle Steuerbefreiungen
- Importgenehmigungen
- lokaler Importeur
- Zollagent
- Exportkontroll- und Sanktionsprüfung
Besonders die 2026 geltenden Einfuhrerleichterungen können die tatsächlichen Landed Costs einzelner Waren verändern.
Eine Landed-Cost-Berechnung sollte deshalb mit den tatsächlich aktuellen Tarifen erstellt werden.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll in Venezuela?
Der Einfuhrzoll richtet sich nach der konkreten Warenart.
Reguläre Zolltarife bewegen sich bei vielen Waren typischerweise zwischen:
5 und 35 %.
Als grobe Orientierung gelten häufig:
- Kapitalgüter: teilweise etwa 5 %
- Rohstoffe und Zwischenprodukte: häufig etwa 10 bis 15 %
- Fertigwaren: häufig etwa 15 bis 35 %
Diese Werte ersetzen keine konkrete Tarifierung.
Der tatsächlich anzuwendende Zollsatz kann durch:
- HS-Code
- Warenart
- aktuelle Zollregelungen
- temporäre Befreiungen
- besondere Einfuhrprogramme
abweichen.
Zoll wird grundsätzlich auf den CIF-Wert berechnet
Bei normalen Einfuhren wird der Einfuhrzoll grundsätzlich auf den:
Cost, Insurance and Freight Value, kurz CIF
berechnet.
Dazu gehören insbesondere:
- Warenwert
- internationale Frachtkosten
- Versicherungskosten
Damit reicht der reine Rechnungswert für eine vollständige Importkalkulation nicht aus.
Gerade bei:
- Maschinen
- schweren Ersatzteilen
- Paletten
- Seefracht
können Transportkosten einen relevanten Anteil des Zollwertes ausmachen.
Mehr dazu finden Sie unter Zollwert richtig berechnen.
2026 gelten zusätzliche Zoll- und Steuererleichterungen
Für das Jahr 2026 bestehen in Venezuela besondere Importerleichterungen.
Nach den zum Jahreswechsel veröffentlichten Regelungen können für zahlreiche definierte Tarifpositionen teilweise Befreiungen von:
- Einfuhrzoll
- IVA
gelten.
Eine der 2026er Regelungen umfasst mehr als tausend nationale Tarifpositionen.
Die Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch nach Warenart und Importkonstellation.
Deshalb gilt:
Eine Befreiung niemals allein aufgrund einer Produktbezeichnung annehmen.
Entscheidend sind der konkrete Zollcode und die Bedingungen der jeweils geltenden Verordnung.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Venezuela?
Die venezolanische Mehrwertsteuer heißt:
Impuesto al Valor Agregado, kurz IVA.
Der reguläre Satz beträgt aktuell:
16 %.
Die IVA wird grundsätzlich auf:
- inländische Warenverkäufe
- bestimmte Dienstleistungen
- Importe von Waren
erhoben.
Für einzelne Waren oder Vorgänge bestehen:
- Befreiungen
- ermäßigte Steuersätze
- zusätzliche Steuern
- zeitlich begrenzte Sonderregelungen
Für eine normale steuerpflichtige B2B-Wareneinfuhr ist:
16 % IVA
der relevante Ausgangspunkt.
Luxuswaren können besonders behandelt werden
Bei bestimmten gesetzlich definierten Luxusprodukten kann zusätzlich eine besondere Steuerbelastung entstehen.
Dazu können beispielsweise bestimmte:
- hochwertige Fahrzeuge
- Motorräder
- Freizeitflugzeuge
- Schmuckwaren
gehören.
Für typische Maschinenbau-, Ersatzteil- oder Industrieprodukte ist diese Sonderregelung dagegen normalerweise nicht der zentrale Punkt.
Vor einer verbindlichen DDP-Kalkulation sollte die konkrete Tarifposition trotzdem vollständig geprüft werden.
ASYCUDAWorld: Venezuela digitalisiert seine Zollabfertigung
Die venezolanische Zoll- und Steuerbehörde:
SENIAT
verwendet das elektronische Zollsystem:
ASYCUDAWorld.
Im spanischsprachigen Umfeld wird das System auch als:
SIDUNEA World
bezeichnet.
UN Trade and Development unterstützt Venezuela aktuell bei der Modernisierung auf eine neuere Systemversion.
Das System verarbeitet unter anderem:
- Cargo Manifests
- Importanmeldungen
- Exportanmeldungen
- Tarifierung
- Abgabenberechnung
- Risikoselektion
- Zollfreigaben
Zusätzlich wird die stärkere Integration von:
- Hafendaten
- Frachtdaten
- Zollinformationen
über ASYCUDA-basierte Systeme ausgebaut.
Für deutsche Versender bedeutet das:
Handelsrechnung, Transportdokument und elektronische Zolldaten sollten exakt zusammenpassen.
Mehr zum digitalen Austausch von Zolldaten finden Sie unter Paperless Trade im internationalen Versand.
Voranmeldung bei kommerziellen Importen beachten
Das venezolanische Zollrecht kennt neben der endgültigen Zollanmeldung eine:
vorherige informative Importanmeldung.
Notwendige Genehmigungen und Lizenzen sollten deshalb frühzeitig vor Warenankunft verfügbar sein.
Bei genehmigungspflichtigen Waren kann eine fehlende Freigabe nach Ankunft erhebliche Verzögerungen und Lagerkosten verursachen.
Paket nach Venezuela versenden: Was Unternehmen vor dem Versand wissen sollten
Venezuela liegt im Norden Südamerikas und besitzt eine lange Küste am Karibischen Meer.
Das Land grenzt an:
- Kolumbien
- Brasilien
- Guyana
Wichtige Wirtschafts- und Logistikstandorte sind:
- Caracas
- Valencia
- Maracay
- Maracaibo
- Puerto Cabello
- La Guaira
- Barcelona und Puerto La Cruz
Für internationale Waren spielen insbesondere die Küstenregionen eine zentrale Rolle.
Welche Dokumente brauche ich für Venezuela?
Für kommerzielle Wareneinfuhren werden typischerweise benötigt:
- Commercial Invoice beziehungsweise Handelsrechnung
- Bill of Lading oder Air Waybill
- Packing List
- präzise Warenbeschreibung
- HS-Code
- Warenwert
- Warenursprung
- gegebenenfalls Certificate of Origin
- gegebenenfalls Import Licence
- gegebenenfalls Gesundheits- oder Pflanzengesundheitszertifikate
- weitere produktspezifische Genehmigungen
Bei:
- Lebensmitteln
- Kosmetik
- Medikamenten
- medizinischen Produkten
- bestimmten technischen Waren
können zusätzliche Registrierungen oder behördliche Genehmigungen erforderlich sein.
Der venezolanische Importeur beziehungsweise sein Zollagent sollte diese Anforderungen bereits vor Abholung bestätigen.
Handelsrechnung oder Proformarechnung?
Bei einem normalen Warenverkauf wird eine:
Handelsrechnung
verwendet.
Für:
- kostenlose Warenmuster
- Garantielieferungen
- Ersatzware ohne Berechnung
- Geschenksendungen
kann eine Proformarechnung verwendet werden.
Auch kostenlose Ware benötigt einen realistischen Zollwert.
Ein Eintrag wie:
„No commercial value“
ersetzt keine sinnvolle Zollbewertung.
Mehr dazu finden Sie unter Proformarechnung beim Zoll richtig verwenden.
Wie lange dauert ein Paket nach Venezuela?
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand eine Laufzeitorientierung von:
18 bis 26 Werktagen.
Die Lagerfrist beträgt:
90 Tage.
Die tatsächliche Laufzeit kann zusätzlich beeinflusst werden durch:
- Zollabfertigung
- fehlende Unterlagen
- Importgenehmigungen
- Warenkontrollen
- Empfängerstandort
- lokale Weiterbeförderung
Für:
- dringende Ersatzteile
- Produktionsmaterial
- Medizintechnik
- hochwertige technische Komponenten
sollte deshalb ein Expressservice geprüft werden.
Zollinhaltserklärung auf Spanisch ausfüllen
DHL nennt aktuell für die Zollinhaltserklärung:
Spanisch
als zulässige Sprache.
Bei technischen Produkten sollte die Warenbeschreibung entsprechend präzise sein.
Nicht nur:
„Repuestos“
sondern beispielsweise:
„Impulsor de acero inoxidable para bomba industrial de agua“
Damit werden:
- Produktart
- Material
- Verwendungszweck
deutlicher.
Bei einer englischen Handelsrechnung kann zusätzlich eine präzise spanische Warenbeschreibung in den elektronischen Zolldaten sinnvoll sein.
Adresse nach Venezuela richtig schreiben
Eine Geschäftsadresse kann beispielsweise so aufgebaut sein:
ABC Ingeniería C.A.
Av. Principal Industrial, Edificio 8
VALENCIA 2001, CARABOBO
VENEZUELA
Für Caracas kann beispielsweise zusätzlich:
- Stadtbezirk
- Gebäude
- Eingang
- Etage
- Büro- oder Apartmentnummer
angegeben werden.
DHL empfiehlt außerdem ausdrücklich:
- Telefonnummer
- E-Mail-Adresse
des Empfängers.
Gerade bei Zollrückfragen und lokalen Zustellproblemen sind diese Kontaktdaten besonders wichtig.
Puerto Cabello ist ein wichtiger Frachthafen
Für Container- und Frachtverkehre spielt:
Puerto Cabello
an der venezolanischen Karibikküste eine wichtige Rolle.
Der Standort verfügt über umfangreiche Hafen- und Containerinfrastruktur und liegt nahe wichtiger Industriegebiete im Bundesstaat Carabobo.
Damit ist Puerto Cabello insbesondere für Empfänger im Raum:
- Valencia
- Maracay
- Carabobo
- Aragua
logistisch interessant.
Für deutsche Exporte können dort insbesondere abgewickelt werden:
- Container
- Maschinen
- Industrieausrüstung
- Fahrzeuge
- Paletten
- Stückgut
La Guaira ist der wichtigste Hafen für den Großraum Caracas
Für Empfänger in Caracas ist insbesondere:
La Guaira
relevant.
Der Hafen liegt an der Karibikküste unmittelbar nördlich der Hauptstadtregion.
Damit kann die letzte Transportstrecke nach Caracas kürzer sein als bei einer Einfuhr über weiter westlich gelegene Häfen.
Für eine Frachtplanung sollte deshalb nicht einfach pauschal der größte verfügbare Hafen gewählt werden.
Wichtig sind:
- internationaler Frachtpreis
- Hafenverfügbarkeit
- Zollabfertigung
- endgültiger Empfängerort
- Inlandstransport
Luftfracht erreicht Caracas über Maiquetía
Der wichtigste internationale Flughafen der Hauptstadtregion ist:
Simón Bolívar International Airport
bei Maiquetía.
Für kleinere und zeitkritische B2B-Waren kann Luftfracht interessant sein.
Dazu gehören beispielsweise:
- dringende Ersatzteile
- Elektronik
- Mess- und Prüftechnik
- medizinische Produkte
- Maschinenkomponenten
- hochwertige technische Waren
Nach der Einfuhr erfolgt der Weitertransport auf dem Landweg insbesondere in Richtung Caracas und weitere Industriezentren.
Gibt es ein Handelsabkommen zwischen der EU und Venezuela?
Nein.
Zwischen der Europäischen Union und Venezuela besteht aktuell:
kein Präferenzhandelsabkommen.
Der Warenverkehr basiert grundsätzlich auf den Regeln der:
Welthandelsorganisation.
Damit kann eine deutsche Ware nicht allein aufgrund ihres EU-Ursprungs mit einem allgemeinen EU-Präferenzzoll nach Venezuela eingeführt werden.
Für normale deutsche Exporte ist deshalb grundsätzlich der aktuell geltende venezolanische Zollsatz der jeweiligen Tarifposition relevant.
Brauche ich eine EUR.1 für Venezuela?
Für eine normale Warenlieferung:
Deutschland → Venezuela
ist eine EUR.1 kein allgemeiner Präferenznachweis.
Da kein entsprechendes EU-Venezuela-Präferenzabkommen besteht, führt die EUR.1 nicht automatisch zu einem niedrigeren venezolanischen Einfuhrzoll.
Je nach Importvorgang kann allerdings ein:
Certificate of Origin beziehungsweise Ursprungszeugnis
erforderlich sein.
Dieses dokumentiert den Ursprung der Ware.
Ein nichtpräferenzielles Ursprungszeugnis und eine EUR.1 erfüllen jedoch unterschiedliche Zwecke.
EU-Sanktionen bedeuten kein allgemeines Venezuela-Handelsembargo
Für deutsche Unternehmen ist eine weitere Unterscheidung wichtig.
Die Europäische Union unterhält aktuell restriktive Maßnahmen gegenüber Venezuela.
Diese gelten bis mindestens:
10. Januar 2027.
Sie umfassen insbesondere:
- Waffenembargo
- Verbot bestimmter Ausrüstung für interne Repression
- gelistete Personen und Organisationen
- Einfrieren bestimmter Vermögenswerte
Es besteht jedoch kein allgemeines EU-Verbot für jeden normalen Warenexport nach Venezuela.
Bei Geschäftssendungen sollten trotzdem:
- Empfänger
- Endverwender
- Warenart
- Exportkontrollstatus
geprüft werden.
Das gilt besonders bei technisch sensiblen Waren und möglichen Dual-Use-Produkten.
2026 gelten besondere Importbefreiungen
Für 2026 wurden in Venezuela erneut zeitlich begrenzte Importerleichterungen veröffentlicht.
Ein aktuelles Dekret sieht für zahlreiche definierte Tarifpositionen eine:
90-prozentige Befreiung von Einfuhrzoll und IVA
unter den jeweiligen Voraussetzungen vor.
Die entsprechende Liste umfasst:
1.351 nationale Tarifunterpositionen.
Diese Begünstigung gilt nicht pauschal für jede Ware.
Bei Maschinen, Ersatzteilen und anderen B2B-Produkten lohnt sich deshalb jedoch eine konkrete Prüfung.
Ein Produkt, das regulär mit Zoll und IVA belastet wäre, kann bei erfüllten Voraussetzungen 2026 eine deutlich andere Importkostenstruktur haben.
ASYCUDAWorld wird aktuell weiter modernisiert
Venezuela gehört zu den Ländern, die ASYCUDA bereits seit vielen Jahren einsetzen.
UN Trade and Development unterstützt derzeit die Modernisierung auf:
ASYCUDAWorld Version 4.3.3.
Zusätzlich wird die Verbindung zwischen:
- Häfen
- Frachtinformationen
- Zollsystem
über ASYCUDA-basierte Lösungen weiter ausgebaut.
Die Digitalisierung hat die Anzahl der notwendigen Zollschritte bereits deutlich reduziert.
Für deutsche Versender bleibt trotzdem entscheidend:
Schlechte Stammdaten werden auch digital nicht plötzlich zu guten Zolldaten.
Wiederkehrende Exportdaten automatisieren
Bei regelmäßigen Lieferungen nach Venezuela sollten Artikeldaten zentral gepflegt werden.
Dazu gehören:
- Artikelbezeichnung
- spanische beziehungsweise englische Warenbeschreibung
- HS-Code
- Ursprungsland
- Warenwert
- Gewicht
- Packstückmaße
Diese Informationen können über Shop- und ERP-Anbindungen direkt in den Versandprozess übernommen werden.
Dadurch lassen sich:
- Versandlabel
- Handelsrechnungen
- Zolldaten
- Trackinginformationen
konsistenter erstellen.
Mehr dazu finden Sie unter Versanddokumente automatisieren und Fehler reduzieren.
Diese Fehler verzögern Sendungen nach Venezuela
Typische Probleme entstehen insbesondere durch unvollständige Zolldaten oder nicht rechtzeitig geprüfte Einfuhrvoraussetzungen.
Dazu gehören:
- Warenbeschreibung ist zu allgemein
- HS-Code fehlt oder ist falsch
- Warenwert ist nicht nachvollziehbar
- Fracht- und Versicherungskosten fehlen bei der Zollwertberechnung
- 16 % IVA werden als gesamte Importbelastung betrachtet
- Zollsatz wurde pauschal statt nach HS-Code kalkuliert
- mögliche 2026er Zollbefreiung wurde nicht geprüft
- Importgenehmigung fehlt
- produktspezifische Registrierung fehlt
- Voranmeldung wurde zu spät vorbereitet
- Handelsrechnung und ASYCUDAWorld-Daten stimmen nicht überein
- EUR.1 wird unnötig als Präferenznachweis eingeplant
- Empfänger oder Endverwender wurde nicht gegen Sanktionslisten geprüft
- Dual-Use-Anforderungen wurden übersehen
- Empfänger ist für Zollrückfragen nicht erreichbar
Für höherwertige Maschinen und technische Waren sollte der Importprozess deshalb bereits vor Abholung mit dem venezolanischen Empfänger oder Zollagenten abgestimmt werden.
Welche Waren werden nach Venezuela importiert?
Venezuela besitzt große Rohstoff- und Energievorkommen, benötigt aber weiterhin zahlreiche Maschinen, technische Komponenten und Konsumgüter aus dem Ausland.
Für deutsche Unternehmen sind insbesondere folgende Produktgruppen interessant:
- Maschinen und Produktionsanlagen
- Maschinenersatzteile
- Pumpen und Verdichter
- Elektrotechnik
- Automatisierungs- und Steuerungstechnik
- Mess- und Prüftechnik
- Energie- und Antriebstechnik
- Werkzeuge und Werkstattausrüstung
- Fahrzeug- und Nutzfahrzeugteile
- Klima- und Kältetechnik
- Lebensmittel- und Verpackungsmaschinen
- Chemie- und Laborprodukte
- Medizintechnik
- IT- und Kommunikationstechnik
Auch im aktuellen Handel zwischen Europäischer Union und Venezuela gehören:
- Maschinen und Geräte
- Lebensmittel
- chemische Produkte
zu den wichtigen europäischen Exportgruppen.
Bei technischen Produkten sollte der HS-Code bereits vor dem Versand eindeutig feststehen.
Er beeinflusst unter anderem:
- Einfuhrzoll
- IVA
- mögliche Steuerbefreiungen
- Importgenehmigungen
- produktspezifische Kontrollen
- statistische Zollangaben
Mehr zur richtigen Einreihung finden Sie unter Zolltarifnummer korrekt bestimmen.
Versandinformationen: Venezuela
Standard, Express oder Fracht nach Venezuela?
Welche Versandart sinnvoll ist, hängt insbesondere ab von:
- Gewicht
- Abmessungen
- Warenwert
- Dringlichkeit
- Zielort
Für kleinere und weniger zeitkritische Warensendungen kann Standard-Paketversand verwendet werden.
DHL nennt aktuell:
18 bis 26 Werktage.
Für:
- dringende Ersatzteile
- medizinische Produkte
- Produktionsmaterial
- hochwertige technische Komponenten
kann Express sinnvoller sein.
Für:
- Maschinen
- Paletten
- mehrere Packstücke
- Fahrzeuge
- schwere Waren
- Projektlieferungen
kommen Luft- oder Seefrachtlösungen infrage.
Mehr dazu finden Sie unter internationaler Frachtversand für Unternehmen.
Puerto Cabello und La Guaira sind wichtige maritime Eingangspunkte
Für Waren aus Deutschland kommen insbesondere infrage:
- Paket- und Expressnetzwerke
- Luftfracht
- Seefracht
Für den Industrie- und Wirtschaftsraum Valencia besitzt:
Puerto Cabello
eine besondere Bedeutung.
Für den Großraum Caracas kann dagegen:
La Guaira
logistisch günstiger liegen.
Für Luftfracht ist der internationale Flughafen:
Simón Bolívar bei Maiquetía
ein wichtiger Zugang zur Hauptstadtregion.
Der optimale Transportweg sollte deshalb nach:
- Zielort
- Warenart
- Frachtkosten
- Carrier-Verfügbarkeit
- Zollabfertigung
gewählt werden.
Welche Importkosten können in Venezuela entstehen?
Je nach Ware können unter anderem entstehen:
- Einfuhrzoll
- regulär 16 % IVA
- Customs Service Fees
- gegebenenfalls besondere Verbrauch- oder Luxussteuern
- Importgenehmigungsgebühren
- Zollagentenkosten
- Carrier- und Abfertigungsgebühren
- Lagerkosten
Reguläre Einfuhrzölle liegen bei vielen Produkten ungefähr zwischen:
5 und 35 %.
Die konkrete Belastung ergibt sich aus dem HS-Code.
Für 2026 können bei bestimmten Tarifpositionen zeitlich begrenzte Befreiungen beziehungsweise Reduzierungen von Einfuhrzoll und IVA greifen.
Diese sollten vor einer verbindlichen Kalkulation separat geprüft werden.
Was kostet ein Paket nach Venezuela?
Der Versandpreis hängt insbesondere ab von:
- Gewicht
- Abmessungen
- Volumengewicht
- Carrier
- Versandservice
- Zielort
- Warenart
- Zusatzleistungen
Bei großen und relativ leichten Kartons kann das Volumengewicht den Transportpreis bestimmen.
Mehr dazu finden Sie unter Volumengewicht verstehen und berechnen.
DHL Paket International bietet aktuell Pakete bis:
30 kg
für Venezuela an.
Eine Höherversicherung wird derzeit nicht angeboten.
Auch Sperrgut ist bei DHL Paket International nach Venezuela aktuell nicht verfügbar.
Für hochwertige oder besonders große B2B-Waren sollte deshalb ein anderer Carrier beziehungsweise eine Express- oder Frachtlösung geprüft werden.
E-Commerce nach Venezuela: Zoll und IVA transparent kommunizieren
Für deutsche Onlinehändler ist Venezuela ein Drittlandziel.
Die EU-IOSS-Regelung gilt dort nicht.
Beim Import können für den Empfänger zusätzlich entstehen:
- Einfuhrzoll
- 16 % IVA
- Zollabfertigungsgebühren
- gegebenenfalls zusätzliche produktspezifische Abgaben
Bei DAP trägt diese Kosten grundsätzlich der Empfänger.
Onlinehändler sollten deshalb vor Abschluss der Bestellung erklären:
- ob DAP oder DDP geliefert wird
- ob Einfuhrabgaben enthalten sind
- welche Laufzeit erwartet werden kann
- ob die Ware Importbeschränkungen unterliegt
Die Standardlaufzeit ist mit:
18 bis 26 Werktagen
deutlich länger als bei vielen europäischen Zielen.
Mehr dazu finden Sie unter Versandkosten, Zoll und Einfuhrkosten im Checkout anzeigen.
Kein EU-Präferenzabkommen mit Venezuela
Zwischen der Europäischen Union und Venezuela bestehen aktuell:
keine präferenziellen Handelsregelungen.
Der Handel erfolgt grundsätzlich nach WTO-Regeln.
Damit gilt für einen normalen Export:
Deutschland → Venezuela
kein allgemeiner EU-Präferenzzoll.
Eine EUR.1 führt daher nicht automatisch zu niedrigeren Einfuhrabgaben.
2026 können besondere Importbefreiungen greifen
Venezuela nutzt aktuell umfangreiche zeitlich begrenzte Steuererleichterungen.
Für zahlreiche Tarifpositionen bestehen 2026 unter bestimmten Voraussetzungen teilweise Befreiungen von:
- Einfuhrzoll
- IVA
Gerade bei Maschinen, Ersatzteilen und Investitionsgütern lohnt sich deshalb eine Prüfung des aktuellen Zollcodes vor der Angebotskalkulation.
EU-Sanktionen gezielt prüfen
Die bestehenden EU-Maßnahmen gegen Venezuela sind kein allgemeines Handelsembargo.
Sie umfassen jedoch insbesondere:
- Waffen
- Ausrüstung für interne Repression
- gelistete Personen
- gelistete Organisationen
Bei technischen B2B-Produkten sollte zusätzlich geprüft werden, ob:
- Dual-Use-Regeln
- Endverwendungsbeschränkungen
- Sanktionslisten
relevant sind.
Welcher Carrier eignet sich für Venezuela?
Beim Carriervergleich sollten berücksichtigt werden:
- Transportpreis
- Laufzeit
- Zollservice
- Tracking
- Versicherung
- maximales Gewicht
- maximale Abmessungen
- Zielort
- lokale Zustellabdeckung
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand:
18 bis 26 Werktage.
Die Lagerfrist beträgt:
90 Tage.
Als Sprache der Zollinhaltserklärung wird:
Spanisch
genannt.
DHL Paket International ermöglicht aktuell:
- Pakete bis 30 kg
- Sendungsverfolgung
- reguläre Transportversicherung bis 500 Euro
Nicht verfügbar sind derzeit:
- Höherversicherung
- Sperrgut
Für dringende oder hochwertige Geschäftswaren sollte zusätzlich ein Expressservice verglichen werden.
Häufige Fragen zum Versand
Kann ich ein Paket von Deutschland nach Venezuela versenden?
Ja. Pakete und Geschäftswaren können von Deutschland nach Venezuela versendet werden. Da Venezuela außerhalb der Europäischen Union liegt, werden für Warensendungen vollständige Zollinformationen benötigt.
Wie lange dauert ein Paket nach Venezuela?
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand eine Laufzeitorientierung von 18 bis 26 Werktagen. Die tatsächliche Laufzeit kann durch Zollabfertigung, Importgenehmigungen und den Zielort beeinflusst werden.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Venezuela?
Die venezolanische Mehrwertsteuer heißt IVA. Der reguläre Satz beträgt aktuell 16 Prozent. Für bestimmte Produkte und Importvorgänge können abweichende oder zeitlich begrenzte Befreiungsregelungen bestehen.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll in Venezuela?
Der Einfuhrzoll richtet sich nach dem konkreten HS-Code. Reguläre Zollsätze liegen bei vielen Waren ungefähr zwischen 5 und 35 Prozent. Die tatsächlich geltende Rate sollte immer anhand der aktuellen Tarifposition geprüft werden.
Wie wird der Zollwert in Venezuela berechnet?
Einfuhrzölle werden grundsätzlich auf Basis des CIF-Wertes berechnet. Dieser umfasst insbesondere Warenwert, internationale Transportkosten und Versicherungskosten bis zum maßgeblichen Einfuhrort.
Was ist ASYCUDAWorld in Venezuela?
ASYCUDAWorld beziehungsweise SIDUNEA World ist das elektronische Zollsystem der venezolanischen Zoll- und Steuerbehörde SENIAT. Darüber werden unter anderem Manifeste, Zollanmeldungen, Tarifierung und Abgaben elektronisch verarbeitet.
Welche Dokumente brauche ich für Venezuela?
Typischerweise werden Handelsrechnung, Air Waybill oder Bill of Lading, Warenbeschreibung, HS-Code und Warenwert benötigt. Je nach Produkt können zusätzlich Packing List, Certificate of Origin, Import Licence oder produktspezifische Genehmigungen erforderlich sein.
Brauche ich eine EUR.1 für Venezuela?
Nein, nicht als allgemeinen Präferenznachweis. Zwischen der EU und Venezuela besteht aktuell kein Präferenzhandelsabkommen. Je nach Einfuhr kann jedoch ein nichtpräferenzielles Ursprungszeugnis erforderlich sein.
Gibt es 2026 Zollbefreiungen in Venezuela?
Ja. Für zahlreiche definierte Tarifpositionen bestehen 2026 zeitlich begrenzte Erleichterungen bei Einfuhrzoll und IVA. Ob eine konkrete Ware davon profitiert, muss anhand des HS-Codes und der Bedingungen der jeweiligen Verordnung geprüft werden.
Welche Sprache sollte ich für die Zollinhaltserklärung verwenden?
Technische Waren sollten möglichst präzise mit Produktart, Material und Verwendungszweck beschrieben werden.
Welcher Hafen ist für Fracht nach Venezuela wichtig?
Puerto Cabello ist insbesondere für den Industrie- und Wirtschaftsraum Valencia ein wichtiger Frachthafen. Für Caracas kann La Guaira aufgrund der geografischen Nähe eine sinnvolle Alternative sein. Die optimale Route hängt vom tatsächlichen Empfängerstandort ab.
Kann ich nach Venezuela DDP versenden?
Eine DDP-Lieferung kann je nach Carrier und Importkonstellation möglich sein. Vorher sollten jedoch lokaler Importeur, HS-Code, Zollsatz, IVA, aktuelle Steuerbefreiungen, Importgenehmigungen, Exportkontrolle und die konkrete Carrier-Abdeckung geprüft werden.





