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Gestaltetes Titelbild für Zollformulare

CN22 vs. CN23: Unterschied und Verwendung für Versender

CN22 gilt für kleine Postsendungen mit einem Warenwert bis etwa 300 Sonderziehungsrechten (SZR); CN23 ist für schwerere oder teurere Pakete vorgeschrieben, die diese Grenze überschreiten. Beide Formulare sind Zollinhaltserklärungen des Weltpostvereins (UPU) und kommen ausschließlich bei Postsendungen in Länder außerhalb der EU zum Einsatz. Für Kurier- und Expressdienste wie DHL Express, UPS oder FedEx gelten andere Begleitpapiere.

Die wichtigsten Entscheidungskriterien auf einen Blick:

  • Warenwert bis ca. 300 SZR: CN22
  • Warenwert über ca. 300 SZR oder Gewicht über 2 kg: CN23
  • Versandweg: Nur Postsendungen (Deutsche Post / DHL Päckchen International) verwenden CN22 oder CN23
  • Sendungsart: Geschenke, Warenmuster und Rücksendungen können CN22 nutzen, sofern der Wert niedrig ist; gewerbliche Verkäufe über der Grenze benötigen CN23
  • Im Zweifel: CN23 wählen, da vollständigere Angaben Zollverzögerungen reduzieren

Der Deutsche Zoll prüft anhand dieser Formulare, ob Einfuhrabgaben anfallen. Fehlende oder ungenaue Angaben können Sendungen aufhalten oder zur Rücksendung führen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind CN22 und CN23, und wozu dienen sie?

CN22 und CN23 sind standardisierte Zollinhaltserklärungen des Weltpostvereins (UPU) für Postsendungen in Drittländer. Sie werden außen an der Sendung angebracht und informieren den Zoll im Bestimmungsland über Inhalt, Warenwert und Sendungsart.

Zweck der Formulare: CN22 und CN23 ermöglichen es den Zollbehörden im Empfängerland, den Inhalt einer Postsendung zu bewerten, Einfuhrabgaben zu berechnen und verbotene Waren zu identifizieren — ohne das Paket öffnen zu müssen.

Beide Formulare gelten nur für Sendungen über das Postnetz, also etwa über Deutsche Post oder DHL Päckchen International. Ein häufiges Missverständnis: CN22 und CN23 sind nicht für den Versand innerhalb der EU erforderlich, da dort kein Zoll anfällt. Wer also ein Paket nach Frankreich oder Polen schickt, braucht keines dieser Formulare. Relevant werden sie erst bei Zielen wie der Schweiz, den USA, Großbritannien oder Japan.

 

Infografik: Unterschiede zwischen CN22 und CN23 auf einen Blick

Wann gilt CN22, wann CN23? Die konkreten Unterschiede

Der CN22 vs. CN23 Unterschied lässt sich auf drei Achsen herunterbrechen: Warenwert, Gewicht und Detailtiefe der Angaben.

Jemand füllt gerade ein CN22-Zollformular per Hand aus.

Kriterium CN22 CN23
Warenwert Bis ca. 300 SZR Über ca. 300 SZR
Gewicht Üblicherweise bis 2 kg Ab ca. 2 kg oder schwerer
Format Kleines Etikett Größeres Formular mit Detailfeldern
Sendungsart Geschenke, Muster, Dokumente, kleine Waren Gewerbliche Verkäufe, teurere Waren
Zusatzdokumente Meist nicht erforderlich Handelsrechnung, ggf. EORI-Nummer
Elektronische Vorabmeldung Teils erforderlich Häufig erforderlich (seit 2021)

Der Euro-Gegenwert von 300 SZR schwankt mit dem Wechselkurs des Internationalen Währungsfonds. Wer regelmäßig versendet, sollte den aktuellen Kurs prüfen, statt einen festen Euro-Betrag anzunehmen.

Seit 2021 reichen die physischen Formulare in vielen Fällen nicht mehr aus: Zolldaten müssen zusätzlich elektronisch vorab übermittelt werden. Deutsche Post und DHL integrieren das bei der Online-Frankierung automatisch.

Die Verantwortung für korrekte Angaben liegt beim Absender. DHL weist ausdrücklich darauf hin, dass falsche Deklarationen zu Haftungsfolgen führen können.

Profi-Tipp: Bei Unsicherheit immer CN23 wählen. Das ausführlichere Formular enthält alle Felder des CN22 und mehr — vollständige Angaben reduzieren Verzögerungen, unvollständige verursachen sie.

CN22 Schritt für Schritt ausfüllen

Das CN22-Formular ist kompakt. Es passt als Etikett direkt auf die Sendung und enthält nur wenige Pflichtfelder.

  1. Sendungsart ankreuzen: Geschenk, Handelsware, Warenmuster, Dokumente oder Rücksendung — nur eine Option auswählen.
  2. Inhaltsbeschreibung eintragen: Konkret und auf Englisch oder in der Sprache des Ziellandes. Nicht „Kleidung“, sondern „1x Herren-T-Shirt, Baumwolle“.
  3. Stückzahl angeben: Anzahl der enthaltenen Artikel.
  4. Nettogewicht eintragen: Gewicht des Inhalts ohne Verpackung, in Gramm oder Kilogramm.
  5. Warenwert angeben: In Euro, mit Währungsangabe. Keine Unter- oder Überbewertung — der tatsächliche Handelswert gilt.
  6. Unterschrift und Datum: Der Absender bestätigt die Richtigkeit der Angaben.

Ausgefülltes Beispiel: Sendungsart „Handelsware“, Inhalt „1x Herren-T-Shirt, Baumwolle, Größe M“, Stückzahl 1, Gewicht 250 g, Wert 15,00 €, Ursprungsland Deutschland.

Sprache und Währung: Englisch ist international am gebräuchlichsten; Euro als Währung ist für Sendungen aus Deutschland korrekt. Vage Beschreibungen wie „Kleidung“ oder „Geschenk“ führen laut Versandlexikon häufig zu Verzögerungen oder Zurückweisung durch den Zoll.

Profi-Tipp: Den HS-Code (Harmonisiertes System) ergänzen, wenn bekannt. Auch auf dem CN22 beschleunigt er die Zollabfertigung, weil der Zollbeamte den Artikel sofort einordnen kann.

CN23 richtig ausfüllen: Pflichtangaben und Besonderheiten

Das CN23-Formular ist deutlich umfangreicher. Es enthält eine tabellarische Aufstellung aller Artikel, vollständige Absender- und Empfängerdaten sowie Felder für Handelsrechnungsnummern und HS-Codes.

Pflichtfelder im CN23:

  • Vollständige Absender- und Empfängeranschrift
  • Detaillierte Inhaltsaufstellung: Beschreibung, Menge, Einzelpreis, Gesamtwert je Artikel
  • Ursprungsland jedes Artikels
  • Gesamtgewicht (netto und brutto)
  • Gesamtwert der Sendung in Euro
  • Sendungsart (Handelsware, Geschenk, Muster, Rücksendung)
  • Unterschrift und Datum des Absenders

Für gewerbliche Versender gilt: Bei Verkäufen an Empfänger außerhalb der EU sollte dem CN23 stets eine Handelsrechnung beigelegt werden. Die EORI-Nummer ist bei regelmäßigen gewerblichen Exporten relevant und sollte auf der Rechnung erscheinen. HS-Codes sind bei gewerblichen Sendungen anzugeben — sie beschleunigen die Abfertigung und reduzieren Rückfragen.

Ausgefülltes Beispiel: Absender: Musterfirma GmbH, Musterstraße 1, 10115 Berlin. Empfänger: John Smith, 123 Main St, New York, USA. Inhalt: 2x Keramiktasse, handgefertigt, Ursprung Deutschland, Einzelpreis 22,00 €, Gesamtwert 44,00 €. HS-Code: 6912.00. Sendungsart: Handelsware. Handelsrechnung Nr. 2024-0042 beilegen.

Wer HS-Codes und vollständige Absenderangaben konsequent einträgt, spart im Schnitt Zeit bei der Zollabfertigung. Fehlerhafte oder fehlende Angaben sind der häufigste Grund für Verzögerungen.

Ein Mitarbeiter bringt das CN23-Formular gut sichtbar am Paket an.

Welches Formular passt zu welchem Versandszenario?

Szenario Formular Zusatzdokumente
Geschenk an Privatperson, Wert unter 45 € CN22 Keine
Geschenk, Wert unter ca. 300 SZR (ca. 325–380 € je nach Kurs) CN22 Keine (Empfänger zahlt ggf. Einfuhrabgaben)
Onlineshop-Verkauf, Wert unter ca. 300 SZR (ca. 325–380 € je nach Kurs) CN22 Empfohlen: Rechnung beilegen
Onlineshop-Verkauf, Wert über ca. 300 SZR (ca. 325–380 € je nach Kurs) CN23 Handelsrechnung, ggf. EORI
Warenmuster an Händler CN23 Handelsrechnung mit Vermerk „Muster ohne Handelswert“
Rücksendung, Wert unter ca. 300 SZR (ca. 325–380 € je nach Kurs) CN22 Rücksendungsbeleg
Mischsendung: 3 Artikel, Gesamtwert 350 € CN23 Handelsrechnung
Dokumente (keine Waren) CN22 oder kein Formular Abhängig vom Zielland

Ein Sonderfall, der häufig Fragen aufwirft: Wer drei günstige Artikel versendet, die zusammen über 300 SZR liegen, braucht CN23, auch wenn jeder Einzelartikel weit darunter liegt. Maßgeblich ist der Gesamtwert der Sendung. Bei Mischsendungen empfehlen Versandexperten wie Sendcloud generell CN23, weil es alle Positionen einzeln aufführt und damit Rückfragen vermeidet.

Wo und wie wird die Zollinhaltserklärung am Paket angebracht?

  • CN22 wird als selbstklebendes Etikett direkt auf die Außenseite des Pakets aufgebracht, gut sichtbar auf der Adressseite.
  • CN23 kommt in eine transparente Klarsichthülle, die ebenfalls auf der Adressseite befestigt wird. Das Formular muss vollständig lesbar sein — keine Aufkleber oder Klebeband darüber.
  • Beide Formulare dürfen nicht durch das Versandlabel verdeckt werden. Zollbeamte müssen den Inhalt ohne Öffnen der Hülle lesen können.
  • Bei der Online-Frankierung über Deutsche Post / DHL werden Zollangaben automatisch ins Label integriert und ausgedruckt. Den Ausdruck trotzdem physisch beilegen, sofern das System kein separates CN23-Dokument erzeugt.
  • Handelsrechnungen gehören ebenfalls in die Klarsichthülle, nicht ins Paketinnere. Zollbehörden prüfen Begleitdokumente von außen.

Wann gelten CN22 und CN23 nicht? Kurier- und Expressversand

CN22 und CN23 sind Instrumente des Weltpostwesens. Sie gelten ausschließlich für Sendungen über das Postnetz — also Deutsche Post Päckchen und Pakete International. Wer über Kurier- oder Expressdienste versendet, braucht andere Begleitpapiere.

Bei Kurieren wie UPS, FedEx oder DHL Express ersetzt die Handelsrechnung (Commercial Invoice) die Zollinhaltserklärung. Für Sendungen mit einem Warenwert über 1.000 € ist in Deutschland zusätzlich eine Ausfuhranmeldung (eAD, elektronisches Ausfuhrbegleitdokument) über das ATLAS-System des Deutschen Zolls erforderlich. Paket-international unterstützt die automatische Erstellung von Ausfuhrbegleitdokumenten direkt in der Plattform.

Wer CN22 oder CN23 irrtümlich auf eine Kurierlieferung klebt, riskiert Verzögerungen oder Zurückweisung, weil der Kurierdienst eigene Zollverfahren nutzt und die Postformulare dort nicht anerkannt werden.

Profi-Tipp: Versandsoftware sollte CN22/CN23 nur dann automatisch generieren, wenn der Versandweg tatsächlich das Postnetz ist. Eine falsche Formularauswahl durch das System ist ein häufiger, vermeidbarer Fehler.

Wer Speditionsaufträge oder größere Gütertransporte plant, etwa bei einem Firmenumzug ins Ausland, sollte die Abgrenzung zwischen Handelsrechnung und Zollinhaltserklärung mit dem Spediteur klären, da dort eigene Zollverfahren gelten.

Checkliste vor dem Absenden: Was prüfen?

Vor jeder Sendung in ein Nicht-EU-Land diese Punkte durchgehen:

  • Warenwert in Euro ermitteln und mit der aktuellen SZR-Grenze vergleichen — CN22 oder CN23?
  • Inhaltsbeschreibung präzise formulieren: Materialart, Verwendungszweck, Stückzahl. Keine Sammelbezeichnungen.
  • HS-Code recherchieren und eintragen, wenn möglich. Das Zolltarifportal des Deutschen Zolls hilft bei der Einordnung.
  • Absender- und Empfängerdaten vollständig angeben: Name, Straße, Ort, Land, Telefon.
  • Handelsrechnung beilegen bei gewerblichen Sendungen, auch wenn der Wert unter der CN23-Grenze liegt.
  • EORI-Nummer prüfen bei regelmäßigen gewerblichen Exporten.
  • Elektronische Vorabmeldung sicherstellen — bei Online-Frankierung meist automatisch, bei manueller Frankierung separat prüfen.
  • Verbotene und beschränkte Waren für das Zielland vorab beim Deutschen Zoll oder der Botschaft des Empfängerlandes klären.

Wichtige Erkenntnisse

CN22 gilt für Postsendungen mit niedrigem Warenwert und Gewicht; CN23 ist für schwerere oder teurere Pakete und gewerbliche Verkäufe ins Nicht-EU-Ausland vorgeschrieben.

Thema Details
Formularwahl nach Wert CN22 bis ca. 300 SZR (ca. 325–380 € je nach Kurs), CN23 darüber — Gesamtwert der Sendung entscheidet.
Nur für Postsendungen CN22 und CN23 gelten ausschließlich für das Postnetz; Kurierdienste benötigen Handelsrechnung und ggf. eAD.
Elektronische Vorabmeldung Seit 2021 ist in vielen Fällen zusätzlich zur physischen Erklärung eine elektronische Übermittlung erforderlich.
HS-Codes beschleunigen die Abfertigung Bei gewerblichen Sendungen HS-Code, Handelsrechnung und EORI-Nummer angeben, um Verzögerungen zu vermeiden.
Paket-international Automatisiert CN22/CN23-Erstellung, Handelsrechnungen und elektronische Vorabmeldung für Händler mit regelmäßigem Exportaufkommen.

Paket-international: Zolldokumente automatisch und fehlerfrei erstellen

Wer regelmäßig in Drittländer versendet, kennt das Problem: CN23, Handelsrechnung, elektronische Vorabmeldung — jedes Dokument muss stimmen, sonst stockt die Sendung am Zoll. Paket-international löst genau das durch vollständige Automatisierung.

 

Die Plattform erkennt anhand von Warenwert, Gewicht und Versandweg automatisch, ob CN22 oder CN23 erforderlich ist, und erzeugt das passende Dokument direkt beim Erstellen des Versandlabels. Handelsrechnungen, HS-Codes und EORI-Daten werden einmalig hinterlegt und bei jeder Sendung automatisch übernommen. Fehler durch manuelle Eingabe entfallen. Für Online-Händler mit internationalem Versand bedeutet das: weniger Aufwand, weniger Zollverzögerungen und ein zentrales Dashboard für alle Sendungen und Dokumente.

Jetzt Versandkosten und Zollgebühren auf paket-international.com kalkulieren und den ersten Schritt zu fehlerfreiem Exportversand machen.

  • Weltpostverein (UPU): upu.int — Ursprung und offizielle Definition der CN22/CN23-Formulare
  • Deutscher Zoll: zoll.de — Zolltarifportal, HS-Code-Suche, Ausfuhrbestimmungen
  • Deutsche Post / DHL: dhl.de/zollinformationen — Zollhinweise für internationalen Paketversand, Online-Frankierung
  • EORI-Nummer (Wikipedia): EORI-Nummer — Erklärung und Beantragung für gewerbliche Exporteure
  • Paket-international Exportdokumente: paket-international.com/exportdokumente — Automatisierte Erstellung von Ausfuhrbegleitdokumenten und Zollformularen
  • Paket-international Zollabwicklung: paket-international.com/zollabwicklung — Versandpreise vergleichen und Zollgebühren kalkulieren

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Für verbindliche Zoll- und Exportvorschriften im Einzelfall empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Deutschen Zoll oder einem zugelassenen Zollspediteur.

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