Paket nach Thailand versenden: Zoll, VAT und Laufzeit
Von Deutschland nach Bangkok, Chonburi oder Chiang Mai: Versand und Einfuhr richtig vorbereiten
Thailand gehört zu den wichtigsten Industrie-, Handels- und Logistikstandorten Südostasiens. Das wirtschaftliche Zentrum ist die Metropolregion: Bangkok.Für deutsche Unternehmen ist Thailand besonders für Maschinen, Ersatzteile, Elektrotechnik, Automatisierung, Fahrzeugteile, Mess- und Prüftechnik, Chemie, Pharma-, Lebensmittel- und Verpackungstechnik interessant. Beim Versand von Deutschland nach Thailand handelt es sich um einen Drittlandsversand.
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Bei Thailand entscheiden HS-Code und Produktzulassung über die tatsächliche Importbelastung
Eine pauschale Zollberechnung ist für Thailand wenig sinnvoll.
Je nach Tarifposition kann sich der Einfuhrzoll deutlich unterscheiden. Zusätzlich können einzelne Waren einer Genehmigungs-, FDA-, Industrie- oder Telekommunikationskontrolle unterliegen.
Für B2B-Sendungen sollten deshalb HS-Code, Warenwert und Importanforderungen bereits vor der Abholung feststehen.
7 % VAT richtig kalkulieren
Der thailändische VAT-Satz beträgt aktuell 7 Prozent. Die Regierung hat die Anwendung dieses reduzierten Satzes bis zum 30. September 2027 verlängert.
Zollsatz produktspezifisch prüfen
Thailand verwendet die AHTN-2022-Warennomenklatur. Zolltarife können je nach Produkt deutlich voneinander abweichen und müssen deshalb anhand der konkreten Tarifposition ermittelt werden.
Genehmigungspflichten frühzeitig erkennen
Für bestimmte Lebensmittel, Arzneimittel, Kosmetik, Fahrzeugteile, Pflanzen, Telekommunikationsgeräte und weitere kontrollierte Waren sind zusätzliche Genehmigungen zuständiger thailändischer Behörden erforderlich.
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Wichtige Informationen zu Zoll & Einfuhrabgaben
DAP oder DDP nach Thailand?
Vor dem Versand sollte eindeutig geregelt werden, wer die Einfuhrabfertigung und die Importkosten übernimmt.
Bei DAP organisiert der Verkäufer grundsätzlich die Beförderung bis zum vereinbarten Bestimmungsort.
Die Einfuhrabfertigung übernimmt grundsätzlich der Empfänger.
Dabei können entstehen:
- Einfuhrzoll
- 7 % VAT
- gegebenenfalls Excise Tax
- weitere produktbezogene Steuern
- Importgenehmigungs- oder Zertifizierungskosten
- Customs-Broker-Kosten
- Carrier- und Terminalgebühren
- Lagerkosten
Bei DDP übernimmt dagegen der Verkäufer die vereinbarten Importkosten und weitergehenden Einfuhrpflichten.
Eine DDP-Lieferung kann je nach Carrier und Importkonstellation grundsätzlich möglich sein.
Vor einer verbindlichen Kalkulation sollten jedoch mindestens geprüft werden:
- HS- beziehungsweise AHTN-Code
- CIF-Zollwert
- Einfuhrzoll
- VAT
- gegebenenfalls Excise Tax
- Importgenehmigungen
- Produktsicherheitsanforderungen
- lokaler Importeur
- Customs Broker
Besonders bei:
- Lebensmitteln
- Medizintechnik
- Elektrogeräten
- Telekommunikationstechnik
- Fahrzeugteilen
kann die regulatorische Prüfung wichtiger sein als die reine Transportkostenberechnung.
DDP sollte deshalb erst angeboten werden, wenn feststeht, dass die Ware in der konkreten Konstellation eingeführt werden kann.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll in Thailand?
Für Thailand existiert kein sinnvoller pauschaler Einfuhrzoll.
Der konkrete Satz wird über den thailändischen Zolltarif und die:
AHTN-2022-Tarifposition
bestimmt.
Abhängig von der Ware können gelten:
- Zollfreiheit
- niedrige Wertzölle
- höhere Wertzölle
- spezifische Zölle
- kombinierte Tarife
Deshalb sollte insbesondere bei:
- Maschinen
- Fahrzeugteilen
- Elektronik
- Lebensmitteln
- Konsumgütern
immer die konkrete Tarifposition geprüft werden.
Zollwert basiert grundsätzlich auf CIF
Bei Wertzöllen verwendet Thai Customs grundsätzlich den:
CIF-Zollwert.
Dieser berücksichtigt:
- Warenwert
- Versicherung
- Fracht bis Thailand
Thai Customs arbeitet bei der Zollwertermittlung nach den WTO-GATT-Regeln.
Primäre Methode ist grundsätzlich der:
Transaction Value.
Ist dieser nicht anwendbar, existieren weitere gesetzlich definierte Bewertungsmethoden.
Bei schweren oder weit transportierten Waren können die Frachtkosten deshalb einen spürbaren Einfluss auf die endgültigen Importabgaben haben.
Versandland ist nicht automatisch Ursprungsland
Ein Produkt erhält nicht automatisch deutschen oder europäischen Ursprung, nur weil es aus Deutschland verschickt wird.
Beispiel:
Ein elektronisches Gerät wird in China produziert, nach Deutschland importiert und anschließend unverändert nach Thailand verkauft.
Dann ist:
Deutschland das Versandland.
Der Warenursprung kann trotzdem:
China
bleiben.
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig, wenn künftig ein EU-Thailand-Freihandelsabkommen in Kraft treten sollte.
Aktuell keine allgemeine EU-Präferenz
Stand Oktober 2026 verhandeln die Europäische Union und Thailand weiterhin über ein Freihandelsabkommen.
Das Abkommen ist:
noch nicht abgeschlossen und noch nicht in Kraft.
Für eine normale Lieferung:
Deutschland → Thailand
besteht deshalb derzeit keine allgemeine Präferenz, durch die europäische Ursprungserzeugnisse automatisch einen niedrigeren thailändischen Einfuhrzoll erhalten.
Die reguläre Tarifposition ist deshalb weiterhin maßgeblich.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Thailand?
Die Mehrwertsteuer heißt:
Value Added Tax, VAT.
Der aktuell erhobene Satz beträgt:
7 %.
Thailand besitzt gesetzlich zwar einen höheren regulären Grundsatz, der Steuersatz wird jedoch seit vielen Jahren durch besondere Regelungen reduziert.
Die thailändische Regierung hat die Anwendung des:
7-%-Satzes bis zum 30. September 2027
verlängert.
Für normale steuerpflichtige Warenimporte ist deshalb aktuell mit:
7 % Import-VAT
zu rechnen.
Wie wird die Import-VAT berechnet?
Die VAT wird nicht lediglich auf den deutschen Rechnungswert erhoben.
Die thailändische Revenue Department nennt für Importwaren grundsätzlich folgende Bemessungsgrundlage:
CIF-Wert + Einfuhrzoll + Excise Tax + weitere anfallende Steuern und Gebühren.
Darauf werden anschließend:
7 % VAT
berechnet.
Eine Berechnung:
Warenpreis × 7 %
kann deshalb für eine DDP-Kalkulation zu niedrig sein.
Auch zollfreie Ware kann VAT auslösen
Selbst wenn die konkrete Tarifposition einen Einfuhrzoll von:
0 %
vorsieht, kann weiterhin:
7 % VAT
anfallen.
Zollfreiheit und Steuerfreiheit sind deshalb zwei unterschiedliche Dinge.
Bei Importangeboten sollten beide Positionen getrennt geprüft werden.
Thailand arbeitet mit elektronischer Zollabfertigung
Thai Customs verarbeitet kommerzielle Einfuhren über elektronische Zollsysteme.
Für die Einfuhranmeldung sollten unter anderem vorbereitet werden:
- Commercial Invoice
- Packing List
- Bill of Lading beziehungsweise Air Waybill
- gegebenenfalls Versicherungsnachweis
- gegebenenfalls Import Permit
- gegebenenfalls weitere Produktinformationen
Bei einem Antrag auf eine Zollvergünstigung kann zusätzlich ein entsprechender Ursprungsnachweis relevant sein.
Thailand National Single Window verbindet Behörden digital
Zusätzlich betreibt Thailand das:
Thailand National Single Window, NSW.
Über das System werden unter anderem elektronische Informationen für:
- Importe
- Exporte
- kontrollierte Waren
- Genehmigungen
- Zertifikate
- Zollverfahren
zwischen Unternehmen, Customs und weiteren staatlichen Stellen ausgetauscht.
2026 wurde das System nochmals erweitert.
Seit Juli 2026 wird beispielsweise ein elektronischer:
NSW e-D/O
für Delivery Orders zunächst am Bangkok Port eingesetzt.
Damit schreitet die Digitalisierung von Freigabe- und Hafenprozessen weiter voran.
Für deutsche Versender bedeutet das:
Je konsistenter Rechnung, Packliste, HS-Code und Produktinformationen übermittelt werden, desto geringer ist das Risiko manueller Nachfragen.
Mehr dazu finden Sie unter Paperless Trade im internationalen Versand.
Paket nach Thailand versenden: Was Unternehmen vor dem Versand wissen sollten
Thailand liegt im Zentrum Südostasiens und grenzt an:
- Myanmar
- Laos
- Kambodscha
- Malaysia
Das Land verfügt sowohl über Küsten am:
- Golf von Thailand
- Andamanischen Meer
und besitzt dadurch direkten Zugang zu internationalen Seefrachtrouten.
Die wichtigsten Wirtschafts- und Logistikräume liegen rund um:
- Bangkok
- Samut Prakan
- Chonburi
- Laem Chabang
- Rayong
- Ayutthaya
Welche Dokumente brauche ich für Thailand?
Für kommerzielle Einfuhren sollten typischerweise vorbereitet werden:
- Commercial Invoice beziehungsweise Handelsrechnung
- Packing List
- Bill of Lading oder Air Waybill
- präzise Warenbeschreibung
- HS- beziehungsweise AHTN-Code
- Warenwert
- Warenursprung
- gegebenenfalls Versicherungsnachweis
- gegebenenfalls Import Permit
- weitere produktspezifische Unterlagen
Thai Customs nennt Invoice, Packing List und Transportdokument ausdrücklich als zentrale Unterlagen für die Importanmeldung.
Bei kontrollierten Waren ist zusätzlich die entsprechende Genehmigung erforderlich.
Welche Waren benötigen eine Importgenehmigung?
Thailand unterscheidet zwischen:
- verbotenen Waren
- beschränkten beziehungsweise genehmigungspflichtigen Waren
Zu den kontrollierten Produktgruppen gehören abhängig von der konkreten Ware unter anderem:
- Lebensmittel
- Arzneimittel
- Kosmetik
- Nahrungsergänzungsmittel
- Pflanzen und Pflanzenteile
- Tiere und tierische Produkte
- bestimmte Fahrzeugteile
- Telekommunikationsgeräte
- bestimmte Chemikalien
Zuständig können beispielsweise sein:
- Thai Food and Drug Administration
- Department of Agriculture
- Department of Livestock Development
- Ministry of Industry
- National Broadcasting and Telecommunications Commission
Die Genehmigung muss bei entsprechenden Waren für die Zollabfertigung vorliegen.
CE-Kennzeichnung reicht nicht automatisch aus
Ein häufiges Missverständnis bei technischen Produkten:
Eine europäische:
CE-Kennzeichnung
bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt sämtliche thailändischen Import- und Produktsicherheitsanforderungen erfüllt.
Je nach Produkt können zusätzliche Vorgaben von:
- Thai Industrial Standards Institute
- FDA
- NBTC
- weiteren Behörden
gelten.
Vor dem Versand sollte deshalb nicht nur der Zolltarif, sondern auch die regulatorische Produktklassifizierung geprüft werden.
Brauche ich eine EUR.1 für Thailand?
Für eine normale Lieferung:
Deutschland → Thailand
aktuell:
nein, nicht als allgemeinen Präferenznachweis.
Das EU-Thailand-Freihandelsabkommen befindet sich Stand Oktober 2026 weiterhin in Verhandlung.
Damit besteht derzeit kein allgemeines bilaterales Präferenzsystem, durch das eine EUR.1 deutschen Waren automatisch einen vergünstigten thailändischen Einfuhrzoll verschafft.
Ein:
Certificate of Origin
kann in bestimmten Importkonstellationen trotzdem benötigt werden.
Ein solches nichtpräferenzielles Ursprungszeugnis darf jedoch nicht mit einer EUR.1 verwechselt werden.
EU und Thailand verhandeln weiterhin über ein Freihandelsabkommen
Die Verhandlungen wurden 2023 wieder aufgenommen.
Im:
Juni 2026
fand bereits die:
neunte Verhandlungsrunde
statt.
Noch im September 2026 beschäftigte sich die Europäische Kommission mit der Nachhaltigkeitsfolgenabschätzung für das geplante Abkommen.
Damit ist klar:
Das Abkommen wird verhandelt, gilt aber noch nicht.
Für aktuelle Importkalkulationen sollte deshalb noch nicht mit zukünftigen EU-Präferenzzöllen gerechnet werden.
Thailand ist seit 1995 WTO-Mitglied
Thailand gehört seit Gründung der Welthandelsorganisation im Jahr:
1995
zur WTO.
Bei der Zollbewertung verwendet Thai Customs entsprechend die internationalen GATT-Bewertungsgrundsätze.
Die primäre Methode ist der Transaktionswert.
Wenn dieser nicht verwendet werden kann, folgen weitere gesetzlich definierte Bewertungsmethoden.
Thailand ist Teil von ASEAN und RCEP
Thailand gehört zur:
Association of Southeast Asian Nations, ASEAN.
Zusätzlich ist das Land Mitglied der:
Regional Comprehensive Economic Partnership, RCEP.
Diese regionalen Handelsabkommen können bei Waren mit entsprechendem Ursprung Zollvorteile ermöglichen.
Für eine normale Ware mit Ursprung:
Deutschland beziehungsweise Europäische Union
entsteht daraus jedoch kein automatischer Vorteil.
Eine deutsche Maschine erhält nicht plötzlich ASEAN-Ursprung, weil sie nach Bangkok geliefert wird.
Wie lange dauert ein Paket nach Thailand?
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand eine Laufzeitorientierung von:
7 bis 10 Werktagen.
Die Lagerfrist beträgt:
30 Tage.
Die tatsächliche Laufzeit kann beeinflusst werden durch:
- Zollabfertigung
- Importgenehmigungen
- Warenkontrollen
- fehlende Dokumente
- Zielort
- lokale Weiterbeförderung
Für:
- dringende Ersatzteile
- Produktionsmaterial
- hochwertige Elektronik
- Medizintechnik
kann ein Expressservice sinnvoller sein.
Zollinhaltserklärung auf Englisch erstellen
DHL nennt aktuell:
Englisch
als zulässige Sprache für die Zollinhaltserklärung.
Für technische B2B-Sendungen sollte die Warenbeschreibung möglichst eindeutig sein.
Nicht:
„Spare parts“
sondern beispielsweise:
„Stainless steel replacement coupling for industrial packaging machine“.
Damit werden:
- Produktart
- Material
- Verwendungszweck
klarer erkennbar.
Adresse nach Thailand richtig schreiben
DHL verlangt für die internationale Anschrift:
- lateinische Buchstaben
- arabische Ziffern
Eine beispielhafte Geschäftsadresse kann lauten:
ABC Automation Thailand Co., Ltd.
104/5 Moo 11, Bangna-Trad Road
Bang Phli
SAMUT PRAKAN 10540
THAILAND
Eine thailändische Adresse kann mehrere Ebenen enthalten.
Dazu gehören abhängig vom Zielort:
- Gebäude beziehungsweise Hausnummer
- Moo
- Straße
- Subdistrict
- District
- Province
- Postleitzahl
Zusätzlich sollten unbedingt:
- Telefonnummer
- E-Mail-Adresse
des Empfängers hinterlegt werden.
Laem Chabang ist das wichtigste Seefrachttor
Für Container- und größere B2B-Waren ist:
Laem Chabang Port
der wichtigste thailändische Tiefwasserhafen.
Der Hafen liegt in der Provinz:
Chonburi
südöstlich von Bangkok.
Er ist eng mit dem:
Eastern Economic Corridor
verbunden und spielt eine zentrale Rolle für:
- Container
- Automotive
- RoRo
- Industriegüter
- General Cargo
Damit ist Laem Chabang besonders relevant für deutsche:
- Maschinen
- Fahrzeugteile
- Produktionsanlagen
- Paletten
- Containerwaren
Laem Chabang wird weiter ausgebaut
2026 läuft der Ausbau:
Laem Chabang Port Phase 3
weiter.
Die Port Authority of Thailand meldete im Juli 2026 bei den maritimen Bauarbeiten bereits einen Fortschritt von mehr als:
98 %.
Ziel des Projektes ist es, größere Schiffe und steigende Warenmengen aufnehmen zu können.
Gleichzeitig werden:
- Bahn
- Straße
- Hafen
stärker miteinander verknüpft.
Für deutsche Frachtkunden stärkt dies langfristig insbesondere die industrielle Logistik im Eastern Economic Corridor.
Bangkok Port bleibt für die Hauptstadtregion relevant
Neben Laem Chabang spielt auch:
Bangkok Port
weiterhin eine Rolle.
Der Hafen liegt deutlich näher am Zentrum der Hauptstadt.
Für bestimmte Container- und Küstenverkehre besteht außerdem eine Verbindung zwischen Bangkok Port und Laem Chabang.
2026 wurde dort zusätzlich der:
NSW e-D/O
als neues elektronisches Delivery-Order-Verfahren pilotiert.
Damit sollen Hafen- und Freigabeprozesse weiter digitalisiert werden.
Suvarnabhumi ist das wichtigste Luftfrachtzentrum
Für internationale Luftfracht spielt:
Suvarnabhumi Airport
die zentrale Rolle.
Der Flughafen verfügt über eine eigene:
Airport Free Zone
mit angebundenen Zoll- und Behördenprozessen.
Dort sind unter anderem vertreten beziehungsweise integriert:
- Thai Customs
- Food and Drug Administration
- Department of Agriculture
- Department of Livestock Development
- Department of Foreign Trade
Im Jahr 2025 wurden am Suvarnabhumi Airport rund:
1,49 Millionen Tonnen Luftfracht
abgefertigt.
Für:
- dringende Ersatzteile
- Elektronik
- Medizintechnik
- Messgeräte
- kleine Maschinenkomponenten
ist Luftfracht deshalb besonders relevant.
Seit 2026 neue Regeln für kleine E-Commerce-Importe
Für Onlinehändler ist eine Änderung besonders wichtig.
Seit:
1. Januar 2026
erhebt Thailand bei online bestellten Importwaren grundsätzlich Einfuhrabgaben bereits:
ab dem ersten Baht Warenwert.
Die frühere Zollbefreiung für importierte Onlinewaren bis zu einem Wert von:
1.500 Baht
wurde aufgehoben.
Zusätzlich wird weiterhin:
7 % VAT
erhoben.
Für deutsche Shops bedeutet das:
Eine kleine Bestellung ist nicht mehr automatisch zollfrei, nur weil ihr Warenwert unter 1.500 Baht liegt.
Die tatsächliche Belastung richtet sich nach der Ware und ihrem Zolltarif.
Warum diese Änderung für deutsche Shops wichtig ist
Gerade bei:
- Ersatzteilen
- Zubehör
- kleiner Elektronik
- Mode
- Konsumartikeln
kann die neue Regel unmittelbar auf den Endpreis wirken.
Bei DAP kann der Kunde dadurch auch bei kleinen Bestellungen mit:
- Einfuhrzoll
- VAT
- Abfertigungsgebühren
konfrontiert werden.
Onlinehändler sollten diese Kosten deshalb möglichst bereits vor dem Checkout transparent erklären.
Mehr dazu finden Sie unter Versandkosten, Zoll und Einfuhrabgaben im Checkout anzeigen.
Wiederkehrende Zolldaten automatisieren
Bei regelmäßigem Versand nach Thailand sollten zentrale Artikeldaten möglichst bereits im ERP- oder Shopsystem gepflegt werden.
Dazu gehören:
- Artikelbezeichnung
- HS- beziehungsweise AHTN-Code
- Warenursprung
- Warenwert
- Gewicht
- Abmessungen
- gegebenenfalls Genehmigungsinformationen
Diese Daten können anschließend automatisiert in:
- Versandlabel
- Handelsrechnungen
- Packlisten
- Zolldaten
- Trackinginformationen
übernommen werden.
Mehr dazu finden Sie unter Versanddokumente automatisieren und Fehler reduzieren.
Diese Fehler verzögern Sendungen nach Thailand
Typische Probleme entstehen insbesondere durch falsche Tarifcodes oder übersehene Produktgenehmigungen.
Häufige Fehler sind:
- Warenbeschreibung ist zu allgemein
- HS- beziehungsweise AHTN-Code fehlt oder ist falsch
- Warenwert ist nicht nachvollziehbar
- Fracht- und Versicherungskosten werden beim Zollwert übersehen
- 7 % VAT werden nur auf den Rechnungswert kalkuliert
- Einfuhrzoll wird pauschal geschätzt
- FDA-Genehmigung wurde nicht geprüft
- TISI-Anforderungen wurden übersehen
- NBTC-Genehmigung für relevante Telekommunikationsgeräte fehlt
- Import Permit für kontrollierte Waren fehlt
- CE-Kennzeichnung wird mit thailändischer Zulassung gleichgesetzt
- Versandland und Warenursprung werden verwechselt
- EUR.1 wird eingeplant, obwohl noch kein EU-Thailand-FTA gilt
- ASEAN- oder RCEP-Mitgliedschaft wird mit Zollfreiheit für deutsche Waren verwechselt
- alte 1.500-Baht-Zollfreigrenze wird im E-Commerce noch verwendet
- Empfänger ist für Customs-Rückfragen nicht erreichbar
Bei regulierten Produkten sollte der thailändische Importeur deshalb bereits vor der Abholung in die Vorbereitung eingebunden werden.
Welche Waren werden nach Thailand importiert?
Thailand verfügt über eine stark industrialisierte und international vernetzte Wirtschaft.
Besonders wichtig sind:
- Automobil- und Fahrzeugindustrie
- Elektronik
- Elektrotechnik
- Maschinenbau
- Chemie
- Lebensmittelindustrie
- Medizintechnik
- Kunststoffverarbeitung
- Logistik
- Energie
Die Europäische Union exportiert nach Thailand besonders viele:
- Maschinen und Geräte
- Chemieprodukte
- Metalle und Metallprodukte
- Transportausrüstung
Für deutsche Unternehmen können deshalb insbesondere folgende Waren interessant sein:
- Maschinen und Produktionsanlagen
- Maschinenersatzteile
- Automatisierungs- und Steuerungstechnik
- Elektrotechnik
- Mess- und Prüftechnik
- Pumpen und Antriebstechnik
- Hydraulik- und Pneumatikkomponenten
- Werkzeuge und Werkstattausrüstung
- Automotive-Komponenten
- Fahrzeugersatzteile
- Verpackungsmaschinen
- Lebensmitteltechnik
- Labor- und Medizintechnik
- Klima- und Kältetechnik
- Energie- und Solartechnik
Besonders stark industrialisiert ist der:
Eastern Economic Corridor.
Dazu gehören insbesondere Teile der Provinzen:
- Chonburi
- Rayong
- Chachoengsao
Dort befinden sich große:
- Automobilwerke
- Zulieferbetriebe
- Elektronikunternehmen
- Industrieparks
- Petrochemie- und Produktionsstandorte
Für deutsche Hersteller von Maschinen, Ersatzteilen und Automatisierungstechnik kann diese Region deshalb besonders relevant sein.
AHTN 2022 statt pauschalem Zollsatz
Thailand verwendet für die Wareneinreihung die:
ASEAN Harmonized Tariff Nomenclature 2022.
Der korrekte HS- beziehungsweise AHTN-Code beeinflusst unter anderem:
- Einfuhrzoll
- VAT
- Excise Tax
- Importgenehmigungen
- Produktsicherheitsanforderungen
- statistische Erfassung
Thai Customs aktualisiert die digitalen Tarif- und Statistikdaten laufend.
Gerade bei Maschinen mit vielen Einzelteilen sollte deshalb nicht lediglich eine allgemeine Produktbezeichnung verwendet werden.
Mehr zur richtigen Einreihung finden Sie unter Zolltarifnummer korrekt bestimmen.
Versandinformationen: Thailand
Standard, Express oder Fracht nach Thailand?
Welche Versandart sinnvoll ist, hängt insbesondere ab von:
- Gewicht
- Abmessungen
- Warenwert
- Dringlichkeit
- Zielort
Für kleinere und weniger zeitkritische Warensendungen kann Standard-Paketversand genutzt werden.
DHL nennt aktuell:
7 bis 10 Werktage.
Für:
- dringende Ersatzteile
- Produktionsmaterial
- Elektronik
- Medizintechnik
kann Express sinnvoller sein.
Für:
- Maschinen
- Paletten
- mehrere Packstücke
- Fahrzeuge
- Container
- Produktionsanlagen
kommen Luft- oder Seefrachtlösungen infrage.
Mehr dazu finden Sie unter internationaler Frachtversand für Unternehmen.
Laem Chabang und Suvarnabhumi sind die wichtigsten internationalen Frachttore
Für Waren aus Deutschland kommen insbesondere infrage:
- Paket- und Expressnetzwerke
- Luftfracht
- Seefracht
Für Container und große B2B-Waren ist:
Laem Chabang Port
der wichtigste maritime Zugang.
Eine mögliche Frachtkette lautet:
Deutschland → Laem Chabang → Bangkok beziehungsweise Empfängerregion.
Für zeitkritische Waren ist:
Suvarnabhumi Airport
das zentrale Luftfrachtgateway.
Bei Industrieempfängern in:
- Chonburi
- Rayong
- Eastern Economic Corridor
liegt Laem Chabang besonders günstig.
Bei Empfängern in Nord- oder Südthailand sollte dagegen auch die längere Inlandstrecke berücksichtigt werden.
Welche Importkosten können in Thailand entstehen?
Abhängig von Ware und Einfuhrkonstellation können entstehen:
- Einfuhrzoll gemäß AHTN-Tarifposition
- 7 % VAT
- gegebenenfalls Excise Tax
- weitere produktbezogene Steuern
- Importgenehmigungs- und Zertifizierungskosten
- Customs-Broker-Kosten
- Carrier- und Terminalkosten
Die VAT wird grundsätzlich auf:
CIF-Wert + Einfuhrzoll + Excise Tax + weitere relevante Steuern und Gebühren
berechnet.
Für deutsche Waren besteht aktuell keine allgemeine EU-Thailand-Präferenz.
Bei einer verbindlichen DDP-Kalkulation muss deshalb der reguläre thailändische Tarif für den konkreten HS-Code verwendet werden.
Was kostet ein Paket nach Thailand?
Der tatsächliche Transportpreis hängt insbesondere ab von:
- Gewicht
- Abmessungen
- Volumengewicht
- Carrier
- Versandservice
- Zielort
- Warenart
- Zusatzleistungen
DHL Paket International ermöglicht aktuell Paketversand bis:
30 kg.
Für normale Pakete gelten maximal:
120 × 60 × 60 cm
und:
300 cm Gurtmaß.
Die reguläre Transportversicherung beträgt:
bis 500 Euro.
Eine Höherversicherung wird nach Thailand aktuell:
nicht angeboten.
Sperrgut ist dagegen möglich.
Für quaderförmiges Sperrgut gelten aktuell:
- maximal 150 cm Länge
- maximal 300 cm Gurtmaß
- maximal 30 kg
Bei großen, aber leichten Kartons kann das Volumengewicht den Preis bestimmen.
Mehr dazu finden Sie unter Volumengewicht verstehen und berechnen.
E-Commerce nach Thailand: Seit 2026 gilt Zoll ab dem ersten Baht
Für deutsche Onlinehändler hat sich die Einfuhr kleiner Sendungen 2026 deutlich verändert.
Seit:
1. Januar 2026
wurde die frühere Zollbefreiung für online importierte Waren bis:
1.500 Baht
aufgehoben.
Damit können Einfuhrzoll und:
7 % VAT
bereits ab dem ersten Baht relevant sein.
Für den Empfänger können zusätzlich zum Warenpreis entstehen:
- Einfuhrzoll
- 7 % VAT
- gegebenenfalls produktbezogene Steuern
- Carrier- oder Abfertigungsgebühren
Die EU-IOSS-Regelung gilt in Thailand nicht.
Bei DAP trägt der Empfänger die Importkosten grundsätzlich selbst.
Bei DDP werden die vereinbarten Einfuhrabgaben dagegen vom Verkäufer übernommen.
Im Checkout sollte deshalb klar erkennbar sein:
- ob DAP oder DDP geliefert wird
- ob Zoll enthalten ist
- ob VAT enthalten ist
- welche Laufzeit erwartet werden kann
- ob die Ware besonderen Importregeln unterliegt
Gerade bei niedrigpreisigen Produkten sollte die seit 2026 veraltete 1.500-Baht-Freigrenze nicht mehr in Versandinformationen verwendet werden.
Mehr dazu finden Sie unter Zoll und Versandkosten im Checkout anzeigen.
7 % VAT gelten weiterhin bis September 2027
Thailand verlängert die reduzierte VAT regelmäßig.
Die aktuelle Regelung sieht den:
7-%-Satz bis zum 30. September 2027
vor.
Für aktuelle Angebote und Landed-Cost-Kalkulationen sollte deshalb nicht mit dem gesetzlichen Grundsatzsteuersatz gerechnet werden.
EU-Thailand-FTA ist noch nicht in Kraft
Die EU und Thailand verhandeln intensiv über ein neues Freihandelsabkommen.
Die neunte Verhandlungsrunde fand im Juni 2026 statt.
Das Abkommen ist Stand Oktober 2026 jedoch:
noch in Verhandlung.
Daher gibt es aktuell keine allgemeine Zollfreiheit für deutsche Ursprungserzeugnisse.
Keine EUR.1 als aktuelle Standardlösung
Solange kein entsprechendes EU-Thailand-Präferenzabkommen gilt, verschafft eine EUR.1 normalen deutschen Waren keinen allgemeinen Präferenzzoll.
Ein Ursprungszeugnis kann je nach Einfuhr trotzdem relevant sein.
Beides darf jedoch nicht verwechselt werden.
Niedrigwertige E-Commerce-Importe werden seit 2026 stärker besteuert
Die Abschaffung der früheren 1.500-Baht-Zollbefreiung für online importierte Waren ist eine der wichtigsten Änderungen des Jahres 2026.
Damit sollte insbesondere bei kleinen B2C-Sendungen nicht mehr davon ausgegangen werden, dass niedrige Warenwerte automatisch ohne Einfuhrzoll abgefertigt werden.
National Single Window wird 2026 weiter ausgebaut
Thailand digitalisiert seine Einfuhrprozesse weiter.
Das National Single Window verbindet Zoll- und Genehmigungsdaten verschiedener Behörden.
Mit dem 2026 eingeführten beziehungsweise pilotierten:
NSW e-D/O
werden zusätzlich elektronische Delivery Orders in Hafenprozesse integriert.
Für Unternehmen mit regelmäßigem Thailand-Versand steigt damit die Bedeutung sauber strukturierter elektronischer Waren- und Versanddaten.
Welcher Carrier eignet sich für Thailand?
Beim Carriervergleich sollten insbesondere berücksichtigt werden:
- Transportpreis
- Laufzeit
- Zollservice
- Tracking
- Versicherung
- Gewichtsgrenzen
- Sperrgutoptionen
- Zielort
- Importgenehmigungen
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand:
7 bis 10 Werktage.
Die Lagerfrist beträgt:
30 Tage.
Als Sprache für die Zollinhaltserklärung ist:
Englisch
vorgesehen.
DHL Paket International bietet aktuell:
- Pakete bis 30 kg
- Sendungsverfolgung
- Transportversicherung bis 500 Euro
- Sperrgut bis 30 kg innerhalb der länderspezifischen Grenzwerte
Eine Höherversicherung wird derzeit nicht angeboten.
Für dringende Ersatzteile oder hochwertige B2B-Waren sollte zusätzlich Express verglichen werden.
Für Maschinen, Paletten und größere Warenmengen können See- oder Luftfracht wirtschaftlicher sein.
Häufige Fragen zum Versand
Kann ich ein Paket von Deutschland nach Thailand versenden?
Ja. Pakete, Expresssendungen und Geschäftswaren können von Deutschland nach Thailand versendet werden. Da Thailand außerhalb der Europäischen Union liegt, sind für Warensendungen vollständige Zollinformationen erforderlich.
Wie lange dauert ein Paket nach Thailand?
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand eine Laufzeitorientierung von 7 bis 10 Werktagen. Zollabfertigung, Importgenehmigungen und der tatsächliche Zielort können die Laufzeit beeinflussen.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Thailand?
Der aktuell erhobene VAT-Satz beträgt 7 Prozent. Die Anwendung dieses reduzierten Satzes wurde bis zum 30. September 2027 verlängert.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll in Thailand?
Der Einfuhrzoll richtet sich nach der konkreten AHTN-Tarifposition. Thailand besitzt keinen einheitlichen Zollsatz für alle Waren. Deshalb sollte der aktuelle Tarif vor jeder verbindlichen Importkostenberechnung geprüft werden.
Wie wird die Import-VAT in Thailand berechnet?
Die Import-VAT wird grundsätzlich auf den CIF-Wert zuzüglich Einfuhrzoll, gegebenenfalls Excise Tax sowie weiteren relevanten Steuern und Gebühren berechnet. Der aktuelle VAT-Satz beträgt 7 Prozent.
Brauche ich eine EUR.1 für Thailand?
Für normale deutsche Exporte nach Thailand derzeit nicht als allgemeinen Präferenznachweis. Das geplante EU-Thailand-Freihandelsabkommen befindet sich Stand Oktober 2026 weiterhin in Verhandlung und ist noch nicht in Kraft.
Gibt es ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Thailand?
Noch nicht. Die Europäische Union und Thailand verhandeln aktuell über ein umfassendes Freihandelsabkommen. Die neunte Verhandlungsrunde fand im Juni 2026 statt.
Welche Waren benötigen in Thailand eine Importgenehmigung?
Je nach Produkt können unter anderem Lebensmittel, Arzneimittel, Kosmetik, Pflanzen, tierische Produkte, Fahrzeugteile und Telekommunikationsgeräte genehmigungspflichtig sein. Die zuständige Behörde hängt von der konkreten Warenart ab.
Was ist das Thailand National Single Window?
Das Thailand National Single Window ist eine elektronische Plattform für den Austausch von Import-, Export-, Zoll-, Genehmigungs- und Zertifikatsdaten zwischen Unternehmen, Thai Customs und weiteren Behörden.
Gilt in Thailand noch die 1.500-Baht-Zollfreigrenze für Onlinekäufe?
Für online importierte Waren wurde die bisherige Zollbefreiung bis 1.500 Baht zum 1. Januar 2026 aufgehoben. Einfuhrabgaben können seitdem grundsätzlich bereits ab dem ersten Baht relevant sein.
Welcher Hafen ist für Fracht nach Thailand besonders wichtig?
Laem Chabang in der Provinz Chonburi ist der wichtigste thailändische Tiefwasser- und Containerhafen. Er liegt im industriell bedeutenden Eastern Economic Corridor und ist besonders für Container, Maschinen, Automotive und größere B2B-Waren relevant.
Kann ich nach Thailand DDP versenden?
Eine DDP-Lieferung kann je nach Carrier und Importkonstellation möglich sein. Vorab sollten Importeur, Customs Broker, HS- beziehungsweise AHTN-Code, CIF-Zollwert, Einfuhrzoll, 7 Prozent VAT und mögliche Importgenehmigungen geprüft werden.





