Paket in die Vereinigten Arabischen Emirate versenden: Zoll, VAT und Laufzeit
Von Deutschland nach Dubai, Abu Dhabi oder Sharjah: Versand und Zoll richtig vorbereiten
Die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den wichtigsten Handels-, Logistik- und E-Commerce-Drehscheiben zwischen Europa, Asien, Afrika und dem Nahen Osten.
- Versand von Deutschland in die VAE
- Paket-, Express- und Frachtlösungen
- Standardlaufzeit aktuell 6 bis 10 Werktage
- regulär 5 % Einfuhrzoll berücksichtigen
- regulär 5 % VAT auf Importwaren prüfen
- Mainland und Free Zone korrekt unterscheiden
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In den Emiraten entscheiden Zielort, HS-Code und Zollstatus über die tatsächlichen Importkosten
Eine Sendung nach Dubai ist zollrechtlich nicht automatisch identisch mit einer Lieferung in eine Free Zone oder nach Abu Dhabi.
Neben dem HS-Code sollte deshalb bereits vor der Buchung feststehen, ob die Ware:
- direkt ins Mainland eingeführt
- in einer Free Zone gelagert
- anschließend reexportiert
- oder später ins Mainland überführt
werden soll.
5 % Zoll für die meisten Waren
Die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zur GCC-Zollunion. Für die meisten aus Nicht-GCC-Staaten eingeführten Waren gilt ein gemeinsamer Außenzoll von 5 Prozent auf den CIF-Zollwert.
5 % VAT zusätzlich berücksichtigen
Der reguläre Mehrwertsteuersatz beträgt ebenfalls 5 Prozent. Die Import-VAT wird jedoch nicht einfach nur auf den deutschen Rechnungsbetrag berechnet.
Free Zone ist nicht gleich Mainland
Waren können unter den entsprechenden Voraussetzungen zollfrei in eine Free Zone eingebracht und dort für den Reexport gelagert werden. Bei der Überführung ins UAE-Mainland werden grundsätzlich die entsprechenden Importabgaben fällig.
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Wichtige Informationen zu Zoll & Einfuhrabgaben
DAP oder DDP in die Vereinigten Arabischen Emirate?
Beide Liefermodelle können im Geschäftsverkehr relevant sein.
Bei DAP organisiert der Verkäufer grundsätzlich die Beförderung bis zum vereinbarten Bestimmungsort.
Die Einfuhrabfertigung und die Importabgaben übernimmt grundsätzlich der Empfänger.
Dazu können gehören:
- Einfuhrzoll
- 5 % VAT
- gegebenenfalls Excise Tax
- Zollanmeldegebühren
- Customs-Broker-Kosten
- Carrier-Gebühren
- Terminalkosten
- Lagerkosten
Bei DDP übernimmt dagegen der Verkäufer die vereinbarten Importkosten und weitergehenden Einfuhrpflichten.
Eine DDP-Lieferung kann in den Vereinigten Arabischen Emiraten grundsätzlich möglich sein.
Vorher sollten jedoch mindestens geklärt werden:
- HS-Code
- CIF-Zollwert
- Einfuhrzoll
- Import-VAT
- gegebenenfalls Excise Tax
- Importgenehmigungen
- zuständiges Emirat
- Mainland oder Free Zone
- Importer of Record
- Carrier-Unterstützung für DDP
Bei einem Empfänger in einer Free Zone kann die Abgabenstruktur deutlich anders aussehen als bei einer direkten Lieferung ins Mainland.
Eine Landed-Cost-Berechnung sollte deshalb den tatsächlichen Zollstatus des Empfängers berücksichtigen.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll in den Vereinigten Arabischen Emiraten?
Die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zur:
Gulf Cooperation Council Customs Union, kurz GCC-Zollunion.
Die Zollunion besteht seit 2003.
Für Waren aus Staaten außerhalb des GCC gilt grundsätzlich ein gemeinsamer Außenzoll.
Für die meisten Waren beträgt dieser:
5 %.
Die Berechnung erfolgt grundsätzlich auf Basis des:
CIF-Wertes.
CIF umfasst:
- Cost beziehungsweise Warenwert
- Insurance beziehungsweise Versicherung
- Freight beziehungsweise Transportkosten
Nicht jede Ware unterliegt 5 % Zoll
Der 5-Prozent-Satz ist der zentrale Regelsatz, aber kein universeller Tarif für sämtliche Produkte.
Es bestehen:
- Zollbefreiungen
- besondere Tarifpositionen
- abweichende Sätze für bestimmte Waren
Die GCC-Zollunion führt beispielsweise mehrere hundert Warenpositionen mit Zollbefreiung.
Besonders hohe Zölle bestehen bei ausgewählten regulierten Waren.
Für Tabakwaren sieht der gemeinsame Zolltarif beispielsweise deutlich höhere Belastungen vor.
Für typische deutsche B2B-Produkte wie:
- Maschinen
- Komponenten
- Ersatzteile
- Elektrotechnik
sollte deshalb trotzdem immer die konkrete 12-stellige GCC-Tarifposition geprüft werden.
CIF-Wert statt nur Rechnungswert
Die Zollberechnung basiert grundsätzlich auf dem CIF-Wert.
Beispiel:
Eine Maschine kostet:
10.000 Euro.
Transport und Versicherung bis zum Einfuhrort betragen zusammen:
1.000 Euro.
Der vereinfachte CIF-Wert beträgt damit:
11.000 Euro.
Bei einem Zollsatz von 5 Prozent würde der Einfuhrzoll entsprechend nicht auf 10.000 Euro, sondern auf den maßgeblichen CIF-Zollwert berechnet.
Mehr zur korrekten Berechnung finden Sie unter Zollwert richtig berechnen.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in den Vereinigten Arabischen Emiraten?
Die Mehrwertsteuer heißt:
Value Added Tax, kurz VAT.
Der reguläre Satz beträgt:
5 %.
Die Vereinigten Arabischen Emirate führten VAT zum:
1. Januar 2018
ein.
Der 5-Prozent-Satz gilt grundsätzlich für steuerpflichtige Waren und Dienstleistungen, sofern keine:
- Steuerbefreiung
- Nullbesteuerung
- besondere gesetzliche Behandlung
vorgesehen ist.
Auch Importe werden grundsätzlich in das VAT-System einbezogen.
Wie wird Import-VAT berechnet?
Die Import-VAT wird nicht nur auf den deutschen Rechnungswert angewendet.
Die Federal Tax Authority berücksichtigt bei der Importbewertung grundsätzlich den Zollwert einschließlich relevanter Bestandteile wie:
- Fracht
- Versicherung
- Customs Duty
- gegebenenfalls Excise Tax
Damit wird VAT praktisch zusätzlich auf eine bereits um Einfuhrabgaben erhöhte Importbasis berechnet.
Bei einer normalen Ware mit:
- 5 % Zoll
- 5 % VAT
beträgt die Gesamtbelastung deshalb nicht einfach exakt 10 Prozent des reinen Warenwertes.
VAT-registrierte Importeure können anders abrechnen
Bei einem in den Vereinigten Arabischen Emiraten VAT-registrierten Unternehmen kann die Import-VAT grundsätzlich über die VAT-Erklärung verarbeitet werden.
Bei nicht registrierten Importeuren kann die VAT dagegen im Rahmen der Einfuhrabwicklung gezahlt werden müssen.
Für DDP-Lieferungen sollte deshalb geklärt sein:
- wer als Importeur auftritt
- ob dieser VAT-registriert ist
- wie die Import-VAT verbucht wird
Die Emirate besitzen ein gemeinsames Zollrecht, aber lokale Zollbehörden
Die Vereinigten Arabischen Emirate setzen den gemeinsamen Zollrahmen der GCC-Zollunion um.
Die tatsächliche operative Abfertigung wird jedoch abhängig vom Einfuhrort durch die jeweilige Zollbehörde durchgeführt.
Beispiele sind:
- Dubai Customs
- Abu Dhabi Customs
- weitere Zollverwaltungen der Emirate
Das bedeutet:
Eine Einfuhr über Dubai kann über andere digitale Systeme und lokale Prozesse laufen als eine Einfuhr über Abu Dhabi.
Dubai verarbeitet Zollanmeldungen digital
Dubai Customs ermöglicht elektronische Zollanmeldungen für:
- Import
- Export
- Transit
- Transfer
- Temporary Admission
Für kommerzielle Importe können unter anderem benötigt werden:
- Commercial Invoice
- Packing List
- Certificate of Origin
- Air Waybill beziehungsweise Bill of Lading
- gegebenenfalls Import Permit
Abhängig von:
- Transportweg
- Warenart
- Importregime
können zusätzliche Unterlagen erforderlich werden.
Mehr zum digitalen Austausch von Versand- und Zolldaten finden Sie unter Paperless Trade im internationalen Versand.
Paket in die Vereinigten Arabischen Emirate versenden: Was Unternehmen wissen sollten
Die Vereinigten Arabischen Emirate bestehen aus sieben Emiraten:
- Abu Dhabi
- Dubai
- Sharjah
- Ajman
- Umm Al Quwain
- Ras Al Khaimah
- Fujairah
Die beiden wichtigsten internationalen Wirtschafts- und Logistikzentren sind:
Dubai und Abu Dhabi.
Für deutsche Unternehmen ist der Markt besonders interessant, weil die Emirate gleichzeitig:
- Absatzmarkt
- Logistikhub
- Reexportzentrum
- Luftfrachtdrehkreuz
- Seefrachtdrehkreuz
sind.
Welche Dokumente brauche ich für die Vereinigten Arabischen Emirate?
Bei kommerziellen Wareneinfuhren können typischerweise erforderlich sein:
- Commercial Invoice beziehungsweise Handelsrechnung
- Packing List
- Air Waybill oder Bill of Lading
- präzise Warenbeschreibung
- HS-Code
- Warenwert
- Certificate of Origin
- gegebenenfalls Import Permit
- weitere produktspezifische Genehmigungen
Dubai Customs nennt für elektronische Importanmeldungen ausdrücklich:
- Invoice
- Packing List
- Certificate of Origin
- Permit bei beschränkten Waren
als zentrale Dokumente.
Bei einem normalen Warenverkauf sollte eine Handelsrechnung verwendet werden.
Für:
- kostenlose Muster
- Garantielieferungen
- Ersatzware ohne Berechnung
- Geschenke
kann eine Proformarechnung sinnvoll sein.
Auch kostenlose Ware benötigt einen realistischen Zollwert.
Mehr dazu finden Sie unter Proformarechnung beim Zoll richtig verwenden.
Wie lange dauert ein Paket in die Vereinigten Arabischen Emirate?
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand eine Laufzeitorientierung von:
6 bis 10 Werktagen.
Die Lagerfrist beträgt:
30 Tage.
Die tatsächliche Laufzeit kann beeinflusst werden durch:
- Zollabfertigung
- Empfängerort
- fehlende Dokumente
- Importgenehmigungen
- Warenkontrollen
- Feiertage
Für:
- dringende Ersatzteile
- hochwertige Elektronik
- Produktionsmaterial
- medizinische Waren
kann Express deutlich schneller sein.
Welche Sprache sollte ich für die Zollinhaltserklärung verwenden?
DHL nennt aktuell:
- Englisch
- Arabisch bei der Online-Erfassung
als zulässige Sprachen.
Für deutsche B2B-Unternehmen ist:
Englisch
in der Regel die praktikabelste Variante.
Die Warenbeschreibung sollte präzise sein.
Nicht:
„Parts“
sondern beispielsweise:
„Stainless steel replacement impeller for industrial centrifugal pump“
Damit sind:
- Produktart
- Material
- Funktion
klar erkennbar.
Adresse in die Vereinigten Arabischen Emirate richtig schreiben
DHL verlangt für die Adresse:
- lateinische Buchstaben
- arabische Ziffern
Eine typische Anschrift kann beispielsweise so aussehen:
ABC Technical Trading LLC
P.O. BOX 12345
DUBAI
UNITED ARAB EMIRATES
Zusätzlich sollten unbedingt angegeben werden:
- Mobiltelefonnummer
- E-Mail-Adresse
- gegebenenfalls Gebäude- oder Standortangaben
Insbesondere Mobilnummern sind für die lokale Zustellkoordination hilfreich.
Dubai ist weit mehr als nur ein Endmarkt
Dubai zählt zu den wichtigsten internationalen Handels- und Logistikstandorten.
Die Kombination aus:
- Jebel Ali Port
- Jebel Ali Free Zone
- Dubai International Airport
- Dubai World Central
- großen Logistikparks
ermöglicht die Verknüpfung von:
- Seefracht
- Luftfracht
- Lagerung
- Reexport
- regionaler Distribution
Für größere B2B-Warenströme ist das ein wesentlicher Standortvorteil.
Jebel Ali ist der zentrale Containerhafen Dubais
Jebel Ali Port wird von DP World betrieben und ist eine der zentralen maritimen Drehscheiben der Region.
Der Hafen verarbeitet unter anderem:
- Container
- RoRo
- Breakbulk
- Projektladung
- Industriegüter
Für deutsche Exporte kann Jebel Ali besonders interessant sein bei:
- Maschinen
- Paletten
- Fahrzeugen
- Produktionsanlagen
- größeren Ersatzteillieferungen
Direkt an den Hafen angebunden ist die:
Jebel Ali Free Zone.
Damit können Hafen, Lager und Reexportprozesse eng miteinander kombiniert werden.
Khalifa Port ist das wichtige Gateway für Abu Dhabi
Für Abu Dhabi besitzt:
Khalifa Port
eine vergleichbare strategische Bedeutung.
Der Hafen liegt zwischen Abu Dhabi und Dubai und verfügt aktuell über eine Containerkapazität von mehreren Millionen TEU.
Er ist direkt mit:
- Straßennetzen
- Industriezonen
- Etihad Rail
verbunden.
Damit eignet sich Khalifa Port insbesondere für:
- Industrieprodukte
- Container
- Automotive
- Projektfracht
- große Maschinen
für Empfänger im Emirat Abu Dhabi.
Dubai besitzt zwei bedeutende Luftfrachtstandorte
Für Luftfracht sind insbesondere:
Dubai International Airport, DXB
und:
Dubai World Central, DWC
relevant.
Beide Standorte werden in die Cargo-Logistik Dubais integriert.
Allein die von dnata betreuten UAE-Cargoaktivitäten wickelten im Geschäftsjahr 2025/26 mehr als:
eine Million Tonnen Fracht
ab.
Für deutsche B2B-Versender eignet sich Luftfracht insbesondere bei:
- dringenden Ersatzteilen
- Elektronik
- Medizintechnik
- hochwertigen Komponenten
- Produktionsausfällen
Free Zone und Mainland sind zollrechtlich nicht dasselbe
Eine der wichtigsten Besonderheiten der Emirate sind die zahlreichen:
Free Zones.
Wird Ware aus Deutschland direkt in eine Free Zone eingeführt, kann sie unter den entsprechenden Voraussetzungen:
- ohne regulären Einfuhrzoll eingebracht
- zollfrei gelagert
- weiterverarbeitet beziehungsweise logistisch behandelt
- anschließend wieder exportiert
werden.
Wird die Ware dagegen von der Free Zone in das:
UAE-Mainland
überführt, wird grundsätzlich die entsprechende Einfuhrverzollung ausgelöst.
Damit eignet sich eine Free Zone beispielsweise für:
- regionale Lager
- Ersatzteilhubs
- Reexport
- Konsolidierung
- Distribution in Drittstaaten
Free Zone bedeutet nicht automatisch VAT-frei
Hier entsteht häufig ein Missverständnis.
Eine:
Free Zone
nach Wirtschafts- oder Zollrecht ist nicht automatisch eine:
Designated Zone für VAT-Zwecke.
Nur bestimmte, gesetzlich definierte Designated Zones werden für bestimmte Warenbewegungen bei der VAT so behandelt, als lägen sie außerhalb des UAE-Steuergebiets.
Für Waren, die:
aus dem Ausland direkt in eine qualifizierte VAT-Designated-Zone
gelangen, kann deshalb unter den entsprechenden Voraussetzungen zunächst keine UAE-VAT entstehen.
Werden solche Waren später:
aus der Designated Zone ins Mainland
überführt, wird dieser Vorgang dagegen grundsätzlich als Import behandelt und Import-VAT wird fällig.
Für eine DDP-Kalkulation muss deshalb klar sein:
- ist es tatsächlich eine Free Zone?
- ist sie zusätzlich VAT Designated Zone?
- bleibt die Ware dort?
- wird sie reexportiert?
- wird sie ins Mainland überführt?
Keine EUR.1 für normale Exporte in die VAE
Zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Arabischen Emiraten besteht aktuell noch kein geltendes allgemeines Freihandelsabkommen.
Eine:
EUR.1
verschafft deutschen Waren deshalb derzeit keinen allgemeinen Präferenzzoll bei der Einfuhr in die Emirate.
Für bestimmte Einfuhren wird jedoch ein:
Certificate of Origin
verlangt.
Das Ursprungszeugnis dokumentiert den nichtpräferenziellen Warenursprung.
Es ist nicht mit einer EUR.1 gleichzusetzen.
EU und Vereinigte Arabische Emirate verhandeln aktuell über ein Freihandelsabkommen
Dieser Punkt ist 2026 besonders relevant.
Die Europäische Union führt derzeit:
bilaterale Freihandelsverhandlungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Parallel untersucht die EU Handelsabkommen mit weiteren GCC-Staaten beziehungsweise mit dem GCC als Region.
Stand Oktober 2026 gilt jedoch:
Das EU-UAE-Freihandelsabkommen ist noch nicht in Kraft.
Für aktuelle deutsche Exporte sollte deshalb weiterhin mit dem geltenden GCC-Zolltarif gerechnet werden.
Sollte das Abkommen später abgeschlossen und angewendet werden, kann sich die Präferenzsituation für deutsche Ursprungserzeugnisse ändern.
GCC-Zollunion beeinflusst auch regionale Warenverkehre
Die Vereinigten Arabischen Emirate gehören gemeinsam mit:
- Saudi-Arabien
- Bahrain
- Kuwait
- Oman
- Katar
zur GCC-Zollunion.
Die Union verfügt grundsätzlich über:
- gemeinsamen Außenzoll
- gemeinsame Zollgrundregeln
- integrierten Zolltarif
Waren aus Nicht-GCC-Staaten werden grundsätzlich am ersten Einfuhrpunkt der Zollunion behandelt.
Für komplexere regionale Lieferketten sollte deshalb geklärt werden, wo die Ware tatsächlich zuerst in das GCC-Zollgebiet gelangt.
Temporäre Einfuhr für Messen und Veranstaltungen
Dubai ist ein wichtiger internationaler Messe- und Veranstaltungsstandort.
Für:
- Messestände
- Vorführmaschinen
- Demonstrationsgeräte
- Ausstellungsstücke
kann deshalb eine temporäre Einfuhr relevant sein.
Dubai Customs ermöglicht entsprechende Temporary-Admission-Verfahren.
Auch:
ATA Carnet
kann abhängig von der konkreten Ware und Veranstaltung eingesetzt werden.
Damit können Waren vorübergehend eingeführt und anschließend wieder ausgeführt werden, ohne eine normale endgültige Einfuhr durchzuführen.
Restricted Goods vor dem Versand prüfen
Nicht jede Ware darf ohne zusätzliche Genehmigung eingeführt werden.
Besondere Kontrollen können beispielsweise relevant sein bei:
- Arzneimitteln
- medizinischen Produkten
- Lebensmitteln
- Pflanzen und Saatgut
- tierischen Produkten
- Chemikalien
- Telekommunikationsgeräten
- Drohnen
- Waffen
- bestimmten Medienprodukten
Bei regulierten Waren sollte bereits vor Versand geklärt werden:
- welche Behörde zuständig ist
- welches Permit benötigt wird
- wer das Permit beantragt
Wiederkehrende Exportdaten automatisieren
Bei regelmäßigem Versand in die Vereinigten Arabischen Emirate sollten wichtige Artikeldaten zentral gepflegt werden.
Dazu gehören:
- Artikelbezeichnung
- HS-Code
- Warenursprung
- Warenwert
- Gewicht
- Packstückmaße
Gerade bei mehreren Carriern oder häufigen Dubai-Sendungen lohnt sich eine automatische Übernahme dieser Daten.
Über Shop- und ERP-Anbindungen können daraus beispielsweise:
- Versandlabel
- Handelsrechnungen
- Zolldaten
- Trackinginformationen
generiert beziehungsweise weitergegeben werden.
Mehr dazu finden Sie unter Versanddokumente automatisieren und Fehler reduzieren.
Diese Fehler verzögern Sendungen in die Vereinigten Arabischen Emirate
Typische Probleme entstehen insbesondere durch unvollständige Zollinformationen oder die Verwechslung von Mainland und Free Zone.
Häufige Fehler sind:
- Warenbeschreibung ist zu allgemein
- HS-Code fehlt oder ist falsch
- Warenwert ist nicht nachvollziehbar
- Fracht- und Versicherungskosten fehlen beim CIF-Wert
- 5 % VAT werden nur auf den Rechnungswert gerechnet
- 5 % Zoll werden pauschal für jede Warenart angenommen
- Free Zone wird automatisch als vollständig steuerfrei behandelt
- Free Zone und VAT Designated Zone werden gleichgesetzt
- Überführung von Free Zone ins Mainland wird nicht einkalkuliert
- Certificate of Origin fehlt
- Import Permit wurde nicht geprüft
- EUR.1 wird unnötig als Präferenznachweis eingeplant
- EU-UAE-Freihandelsverhandlungen werden bereits wie ein geltendes Abkommen behandelt
- Empfänger beziehungsweise Importer of Record ist nicht eindeutig definiert
- Telefonnummer des Empfängers fehlt
Bei höherwertigen B2B-Waren sollte deshalb vor der Abholung eindeutig feststehen, wie und in welchem Emirat die Einfuhr erfolgen soll.
Welche Waren werden in die Vereinigten Arabischen Emirate geliefert?
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten stark diversifiziert.
Neben Öl und Gas spielen inzwischen unter anderem folgende Bereiche eine bedeutende Rolle:
- Handel und Logistik
- Bauwesen
- Maschinenbau
- Automotive
- Luftfahrt
- Medizintechnik
- Pharma
- Energie und erneuerbare Energien
- Tourismus und Hospitality
- Lebensmittelindustrie
- E-Commerce
- IT und Rechenzentren
Für deutsche Unternehmen können insbesondere folgende Waren interessant sein:
- Maschinen und Produktionsanlagen
- Maschinenersatzteile
- Automatisierungs- und Steuerungstechnik
- Elektrotechnik
- Pumpen und Antriebstechnik
- Mess- und Prüftechnik
- Werkzeuge und Werkstattausrüstung
- Fahrzeug- und Nutzfahrzeugteile
- Klima- und Kältetechnik
- Solar- und Energietechnik
- Medizin- und Labortechnik
- Hotel- und Gastronomieausstattung
- Lebensmittel- und Verpackungstechnik
- IT-Hardware
- hochwertige Konsumgüter
Zusätzlich dienen die Emirate häufig nicht nur als Endmarkt.
Insbesondere Dubai wird für:
- Lagerung
- Konsolidierung
- Reexport
- regionale Distribution
in andere Staaten des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens genutzt.
Für Paket International steht dabei weiterhin insbesondere der direkte Warenverkehr:
Deutschland → Vereinigte Arabische Emirate
im Vordergrund.
Bei größeren B2B-Kunden kann die regionale Hub-Funktion jedoch für Fracht- und Lagerkonzepte relevant werden.
Der HS-Code sollte bereits vor der Abholung eindeutig feststehen.
Er beeinflusst unter anderem:
- Einfuhrzoll
- VAT
- Excise Tax
- Genehmigungspflichten
- Verbote und Beschränkungen
- Zollbefreiungen
Die GCC-Staaten verwenden inzwischen einen gemeinsamen:
12-stelligen integrierten Zolltarif.
Mehr zur richtigen Einreihung finden Sie unter Zolltarifnummer korrekt bestimmen.
Versandinformationen: Vereinigte Arabische Emirate
Standard, Express oder Fracht in die Vereinigten Arabischen Emirate?
Welche Versandart sinnvoll ist, hängt insbesondere ab von:
- Gewicht
- Abmessungen
- Warenwert
- Dringlichkeit
- Zielort
Für kleinere und weniger zeitkritische Waren kann Standard-Paketversand genutzt werden.
DHL nennt aktuell:
6 bis 10 Werktage.
Für:
- dringende Ersatzteile
- hochwertige Elektronik
- medizinische Technik
- Produktionsmaterial
eignet sich häufig Express.
Für:
- Maschinen
- Paletten
- mehrere Packstücke
- Fahrzeuge
- Projektlieferungen
kommen Luft- oder Seefracht infrage.
Mehr dazu finden Sie unter internationaler Frachtversand für Unternehmen.
Dubai und Abu Dhabi verbinden See-, Luft-, Straßen- und Bahnverkehr
Für Waren aus Deutschland kommen insbesondere infrage:
- Paket- und Expressnetzwerke
- Luftfracht
- Seefracht
- anschließender Straßentransport
Für Dubai ist:
Jebel Ali Port
der zentrale Containerstandort.
Für Abu Dhabi spielt:
Khalifa Port
eine wichtige Rolle.
Bei Luftfracht sind insbesondere:
- Dubai International Airport
- Dubai World Central
- Zayed International Airport in Abu Dhabi
relevant.
Khalifa Port besitzt zusätzlich eine direkte Anbindung an:
Etihad Rail.
Damit verfügen die Emirate über besonders eng verknüpfte multimodale Transportnetze.
Fujairah gewinnt als alternatives See-Gateway an Bedeutung
Auch an der Ostküste wird die Logistikinfrastruktur weiter ausgebaut.
2026 kündigte DP World neue Terminalentwicklungen in Fujairah an.
Geplant beziehungsweise im Ausbau sind zusätzliche Kapazitäten für:
- Container
- General Cargo
- Fahrzeuge
Damit wird die Logistikstruktur der Emirate langfristig noch breiter aufgestellt.
Für den normalen deutschen Paketversand bleibt dies eher nebensächlich.
Bei größeren Frachtverkehren kann die Auswahl des Hafens jedoch zunehmend relevant werden.
Welche Importkosten können in den Vereinigten Arabischen Emiraten entstehen?
Bei einer normalen Mainland-Einfuhr können entstehen:
- regulär 5 % Einfuhrzoll
- regulär 5 % VAT
- gegebenenfalls Excise Tax
- Zollanmeldegebühren
- Customs-Broker-Kosten
- Carrier- und Terminalgebühren
- gegebenenfalls Import-Permit-Kosten
Der Zoll wird bei normalen Waren grundsätzlich auf den:
CIF-Wert
berechnet.
Die Import-VAT berücksichtigt anschließend den Zollwert und die relevanten Importabgaben.
Bei Free-Zone-Verkehren können Zoll und VAT abhängig vom genauen Status und späteren Warenweg zunächst ausgesetzt beziehungsweise nicht ausgelöst werden.
Was kostet ein Paket in die Vereinigten Arabischen Emirate?
Der tatsächliche Versandpreis hängt insbesondere ab von:
- Gewicht
- Abmessungen
- Volumengewicht
- Carrier
- Versandservice
- Zielort
- Warenart
- Zusatzleistungen
Bei großen und relativ leichten Kartons kann das Volumengewicht den Transportpreis bestimmen.
Mehr dazu finden Sie unter Volumengewicht verstehen und berechnen.
DHL Paket International ermöglicht aktuell Pakete bis:
30 kg.
Die reguläre Transportversicherung beträgt:
bis 500 Euro.
Zusätzlich ist aktuell eine Höherversicherung bis:
5.000 Euro
möglich.
Sperrgut wird nach den Vereinigten Arabischen Emiraten derzeit nicht angeboten.
Außerdem gelten abweichende Maximalmaße:
maximale Länge 105 cm und maximales Gurtmaß 200 cm.
E-Commerce in die VAE: Zoll und VAT bereits im Checkout berücksichtigen
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein interessanter Markt für deutschen grenzüberschreitenden E-Commerce.
Für den Empfänger können zusätzlich zum Warenpreis entstehen:
- Einfuhrzoll
- 5 % VAT
- Carrier- und Abfertigungsgebühren
Die EU-IOSS-Regelung gilt selbstverständlich nicht für die Emirate.
Bei DAP trägt der Empfänger die Einfuhrkosten grundsätzlich selbst.
Bei DDP können sie bereits in den Verkaufspreis integriert werden.
Für einen guten Checkout sollte deshalb klar kommuniziert werden:
- DAP oder DDP
- voraussichtliche Versandkosten
- voraussichtliche Einfuhrabgaben
- Lieferzeit
- eventuelle Produktbeschränkungen
Die Kombination aus:
5 % Zoll + 5 % VAT
macht eine automatisierte Landed-Cost-Kalkulation vergleichsweise gut umsetzbar, solange HS-Code und Sonderregeln korrekt berücksichtigt werden.
Mehr dazu finden Sie unter Versandkosten, Zoll und Einfuhrkosten im Checkout anzeigen.
GCC-Zollunion mit 5 % Regelsatz
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind Teil der GCC-Zollunion.
Der gemeinsame Außenzoll beträgt für die meisten Waren:
5 % des CIF-Wertes.
Der aktuelle integrierte GCC-Zolltarif verwendet eine:
12-stellige Warennomenklatur.
Für verbindliche Kalkulationen sollte deshalb immer die konkrete Tarifposition verwendet werden.
Free Zones schaffen besondere Logistikmöglichkeiten
Waren können unter den entsprechenden Voraussetzungen ohne regulären Einfuhrzoll in eine Free Zone eingebracht und dort für den Reexport gelagert werden.
Erst bei der Überführung in das Mainland entsteht grundsätzlich der reguläre Zoll.
Das macht die Emirate attraktiv für:
- regionale Ersatzteillager
- E-Commerce-Fulfillment
- Distribution
- Reexport
- Containerkonsolidierung
VAT-Designated-Zones separat prüfen
Für VAT-Zwecke existiert eine zusätzliche Kategorie:
Designated Zone.
Nur entsprechend definierte Zonen können unter den gesetzlichen Voraussetzungen für bestimmte Warenbewegungen so behandelt werden, als befänden sie sich außerhalb des UAE-VAT-Gebiets.
Eine normale Free Zone darf deshalb nicht automatisch mit:
0 % VAT
gleichgesetzt werden.
EU-UAE-Freihandelsabkommen noch in Verhandlung
Die EU und die Vereinigten Arabischen Emirate verhandeln 2026 über ein bilaterales Freihandelsabkommen.
Das Abkommen ist derzeit jedoch:
noch nicht in Kraft.
Für deutsche Waren besteht deshalb aktuell keine allgemeine EU-UAE-Ursprungspräferenz.
Eine EUR.1 sollte nicht als automatischer Zollrabatt eingeplant werden.
Welcher Carrier eignet sich für die Vereinigten Arabischen Emirate?
Beim Carriervergleich sollten insbesondere berücksichtigt werden:
- Transportpreis
- Laufzeit
- Zollservice
- Tracking
- Transportversicherung
- maximales Gewicht
- maximale Abmessungen
- Zielort
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand:
6 bis 10 Werktage.
Die Lagerfrist beträgt:
30 Tage.
Als Sprachen der Zollinhaltserklärung werden aktuell genannt:
- Englisch
- Arabisch bei Online-Erfassung
DHL Paket International ermöglicht aktuell:
- Pakete bis 30 kg
- Sendungsverfolgung
- Versicherung bis 500 Euro
- Höherversicherung bis 5.000 Euro
Sperrgut wird derzeit nicht angeboten.
Zusätzlich gelten für die Emirate abweichende maximale Paketmaße.
Für zeitkritische B2B-Waren sollte ein Expressservice verglichen werden.
Für Maschinen, Paletten und größere Warenströme sind Luft- oder Seefracht häufig wirtschaftlicher.
Häufige Fragen zum Versand
Kann ich ein Paket von Deutschland in die Vereinigten Arabischen Emirate versenden?
Ja. Pakete und Geschäftswaren können von Deutschland in die Vereinigten Arabischen Emirate versendet werden. Da die VAE außerhalb der Europäischen Union liegen, werden für Warensendungen vollständige Zollinformationen benötigt.
Wie lange dauert ein Paket in die Vereinigten Arabischen Emirate?
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand eine Laufzeitorientierung von 6 bis 10 Werktagen. Die tatsächliche Laufzeit hängt unter anderem von Zollabfertigung, Versandservice und Zielort ab.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in den Vereinigten Arabischen Emiraten?
Der reguläre VAT-Satz beträgt 5 Prozent. Auch steuerpflichtige Importwaren werden grundsätzlich in das VAT-System einbezogen.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll in den Vereinigten Arabischen Emiraten?
Für die meisten aus Nicht-GCC-Staaten importierten Waren gilt ein Einfuhrzoll von 5 Prozent auf den CIF-Wert. Für bestimmte Waren gelten jedoch Befreiungen oder abweichende Zollsätze.
Wie wird die Import-VAT in den VAE berechnet?
Die Import-VAT basiert grundsätzlich auf dem Zollwert einschließlich der relevanten Einfuhrbestandteile. Customs Duty und gegebenenfalls Excise Tax können die VAT-Bemessungsgrundlage erhöhen. Der reguläre VAT-Satz beträgt 5 Prozent.
Welche Dokumente brauche ich für die VAE?
Bei kommerziellen Einfuhren werden typischerweise Handelsrechnung, Packing List und Transportdokument benötigt. Abhängig von Emirat, Transportweg und Ware können zusätzlich Certificate of Origin sowie Importgenehmigungen erforderlich sein.
Brauche ich eine EUR.1 für die Vereinigten Arabischen Emirate?
Nein, nicht als allgemeinen Präferenznachweis. Zwischen der EU und den Vereinigten Arabischen Emiraten besteht aktuell noch kein geltendes Freihandelsabkommen. Je nach Einfuhr kann jedoch ein nichtpräferenzielles Certificate of Origin erforderlich sein.
Sind Importe in eine Dubai Free Zone zollfrei?
Waren können unter den entsprechenden Voraussetzungen ohne regulären Einfuhrzoll in eine Free Zone eingebracht und dort für Lagerung oder Reexport gehalten werden. Werden die Waren anschließend in das UAE-Mainland überführt, wird grundsätzlich die reguläre Einfuhrverzollung ausgelöst.
Ist jede Free Zone auch von der VAT befreit?
Nein. Free Zone und VAT Designated Zone sind nicht dasselbe. Nur bestimmte gesetzlich definierte Designated Zones erhalten für bestimmte Warenbewegungen eine besondere VAT-Behandlung.
Welche Bedeutung hat Jebel Ali für den Versand?
Jebel Ali ist der wichtigste Container- und Logistikstandort Dubais. Durch die Verbindung von Seehafen, Jebel Ali Free Zone, Lagerflächen und regionalen Verkehrsnetzen eignet sich der Standort sowohl für Einfuhren in die VAE als auch für Lagerung und Reexport.
Kann ich Maschinen und Paletten in die VAE versenden?
Ja. Für Maschinen, Paletten und größere Warenströme stehen umfangreiche Luft- und Seefrachtverbindungen zur Verfügung. Für Dubai ist insbesondere Jebel Ali relevant, für Abu Dhabi unter anderem Khalifa Port.
Kann ich in die Vereinigten Arabischen Emirate DDP versenden?
Eine DDP-Lieferung kann je nach Carrier und Importkonstellation möglich sein. Vorab sollten Importer of Record, HS-Code, CIF-Zollwert, Einfuhrzoll, VAT, mögliche Excise Tax, Importgenehmigungen sowie Mainland- oder Free-Zone-Status geprüft werden.




