Paket nach Peru versenden: Zoll, IGV und Laufzeit
Von Deutschland nach Lima, Callao oder Arequipa: Geschäftssendungen richtig vorbereiten
Peru gehört zu den bedeutenden Märkten an der südamerikanischen Pazifikküste und verfügt über eine vielfältige Wirtschaft mit Bergbau, Industrie, Landwirtschaft, Handel und wachsendem E-Commerce. Für deutsche Unternehmen können insbesondere Maschinen, Ersatzteile, Elektrotechnik, Medizintechnik, IT-Produkte und industrielle Ausrüstung interessante Versandgüter sein.
- Versand von Deutschland nach Peru
- Paket-, Express- und Frachtlösungen
- Versand nach Lima, Callao und Arequipa
- Zoll- und Warendaten digital vorbereiten
- 18 % IGV bei der Einfuhr berücksichtigen
- Zollsatz von 0, 6 oder 11 % prüfen
- EU-Präferenzursprung richtig nachweisen
- Importgenehmigungen über VUCE klären
10.000+
Sendungen / Monat
220+
Länder weltweit
< 2 Sekunden
pro Label
bis zu 80%
günstiger
Bei Peru bestimmen Warenwert, HS-Code und Ursprung den Importprozess
Nicht jede Sendung nach Peru wird gleich behandelt.
Für Geschäftssendungen sollten deshalb insbesondere Warenbeschreibung, Zolltarifnummer, Warenwert, Ursprung und Empfängerdaten bereits vor der Abholung feststehen.
18 % IGV einkalkulieren
Der reguläre Gesamtsteuersatz beträgt 2026 weiterhin 18 Prozent. Bei Importen wird der IGV grundsätzlich auf den Zollwert zuzüglich Einfuhrzoll und weiterer relevanter Abgaben berechnet.
EU-Präferenzursprung prüfen
Das Handelsabkommen zwischen der EU und Peru ermöglicht für qualifizierte EU-Ursprungserzeugnisse Zollvorteile. Als Nachweis können je nach Konstellation eine EUR.1 oder eine Ursprungserklärung verwendet werden.
200-US-Dollar-Grenze kennen
Bestimmte normale Courier-Sendungen mit einem FOB-Wert bis 200 US-Dollar können in Peru von Einfuhrzoll und IGV befreit sein. Für eingeschränkte Waren und besondere Zollverfahren gelten Ausnahmen.
Versand ab
22.16 €
Lieferung in
2-18 Tagen
Garantierte Gesamtkosten für Platinkunden
Checkout-ready
für internationale Bestellungen
DDP / DAP
direkt steuerbar
Carrier-Auswahl
mit Preis & Laufzeit
Mehr Transparenz
für Händler & Kunden

„Wir haben unseren internationalen Versand mit der Billbee Anbindung von paket international automatisiert und sparen täglich mehrere Stunden – vor allem bei Zollthemen.“
Besler-Scharf – DLA Proficiency Tests
Wichtige Informationen zu Zoll & Einfuhrabgaben
DAP oder DDP nach Peru: Wer zahlt Zoll und IGV?
Bei einer Lieferung nach Peru sollte bereits vor der Buchung feststehen, wer die Einfuhrabfertigung und die damit verbundenen Kosten übernimmt.
Bei DAP organisiert der Verkäufer den Transport bis zum vereinbarten Bestimmungsort.
Die Einfuhrabfertigung und die vereinbarten Importkosten liegen grundsätzlich beim Empfänger.
Dazu können gehören:
- Einfuhrzoll
- 18 % IGV
- gegebenenfalls Impuesto Selectivo al Consumo
- Importgenehmigungen
- Zollagentenkosten
- Carrier-Abfertigungsgebühren
Bei DDP übernimmt der Verkäufer weitergehende Einfuhrpflichten und vereinbarte Abgaben, sofern Carrier und Importkonstellation dies zulassen.
Vor einem verbindlichen DDP-Angebot sollten deshalb mindestens geprüft werden:
- HS-Code
- FOB- und CIF-Wert
- regulärer Einfuhrzoll
- mögliche EU-Präferenz
- Ursprung der Ware
- 18 % IGV
- RUC und Importfähigkeit des Empfängers
- mögliche VUCE-Genehmigungen
- Carrier- und Zollagentenkosten
Gerade bei B2C-Sendungen können transparente Einfuhrkosten Kaufabbrüche und unangenehme Überraschungen bei der Zustellung reduzieren.
Weitere Informationen finden Sie unter Landed Costs direkt im Checkout anzeigen.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll in Peru?
Peru erhebt keinen einheitlichen Einfuhrzoll.
Bei normalen Importen kommen abhängig von der Tarifposition insbesondere folgende Ad-valorem-Sätze vor:
- 0 %
- 6 %
- 11 %
Der Einfuhrzoll wird grundsätzlich auf den CIF-Wert berechnet.
Dieser setzt sich typischerweise zusammen aus:
- Warenwert
- internationalen Transportkosten
- Versicherungskosten
Für eine konkrete Kalkulation sollten deshalb HS-Code, Zollwert und Ursprung gemeinsam geprüft werden.
EU-Ursprung kann den Einfuhrzoll reduzieren
Zwischen der Europäischen Union und Peru besteht seit 2013 ein umfassendes Handelsabkommen.
Für Waren, welche die darin festgelegten Ursprungsregeln erfüllen, können reduzierte oder vollständig entfallende Zollsätze gelten.
Dabei ist jedoch der tatsächliche Präferenzursprung entscheidend.
Eine in China produzierte Ware erhält beispielsweise nicht allein deshalb EU-Präferenzursprung, weil sie über ein deutsches Lager nach Peru verschickt wird.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Peru?
Die peruanische Umsatzsteuer heißt:
Impuesto General a las Ventas, kurz IGV.
Der anzuwendende Gesamtsteuersatz beträgt 2026:
18 %.
Interessant ist die Zusammensetzung des Satzes.
Im Jahr 2026 entfallen:
- 15,5 % auf den eigentlichen IGV
- 2,5 % auf den Impuesto de Promoción Municipal, IPM
Für den Importeur bleibt die Gesamtbelastung damit bei 18 Prozent.
Bei Einfuhren wird die Steuer grundsätzlich nicht nur auf den reinen Rechnungswert berechnet.
Die Bemessungsgrundlage kann insbesondere umfassen:
- CIF-Wert
- Einfuhrzoll
- gegebenenfalls weitere relevante Einfuhrabgaben
Bestimmte Waren und Einfuhrvorgänge können von der Steuer befreit oder anders behandelt werden.
Regulärer Gesamtsteuersatz 2026: 18 %
VUCE und DAM: Peru setzt auf digitale Zollverfahren
Ein wichtiger Bestandteil des peruanischen Außenhandels ist die:
Ventanilla Única de Comercio Exterior, kurz VUCE.
Über die zentrale Plattform können Unternehmen Verfahren rund um Import, Export und Transit digital bearbeiten.
Besonders relevant ist VUCE bei Waren, für die Genehmigungen oder Kontrollen verschiedener Behörden notwendig sind.
Dazu können abhängig vom Produkt beispielsweise gehören:
- Lebensmittel
- Arzneimittel
- medizinische Produkte
- Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse
- tierische Produkte
- Chemikalien
- weitere regulierte Waren
DAM für reguläre Importe
Bei regulären kommerziellen Importen kommt die:
Declaración Aduanera de Mercancías, kurz DAM
zum Einsatz.
Die in der Zollanmeldung erklärten Angaben müssen vollständig und mit den Handelsdokumenten übereinstimmen.
Bei gewerblichen Importeuren ist außerdem grundsätzlich eine aktive peruanische RUC erforderlich.
Damit sollte bereits vor Versand geklärt werden, ob der Empfänger die Voraussetzungen für eine kommerzielle Einfuhr erfüllt.
Paket nach Peru versenden: Was Unternehmen vorher wissen sollten
Peru erstreckt sich von der Pazifikküste über die Anden bis tief in das Amazonasgebiet.
Diese geografischen Unterschiede wirken sich unmittelbar auf Transportwege und Zustellzeiten aus.
Zu den wichtigsten Wirtschafts- und Logistikstandorten gehören:
- Lima
- Callao
- Arequipa
- Trujillo
- Piura
- Cusco
- Chiclayo
Lima und das unmittelbar angrenzende Callao bilden das wichtigste Wirtschafts- und Logistikzentrum des Landes.
Für kleinere Sendungen stehen Paket- und Expresslösungen zur Verfügung. Bei Maschinen, Paletten oder größeren Warenmengen spielen dagegen Luft- und Seefracht eine wichtige Rolle.
Welche Dokumente brauche ich für Peru?
Für eine gewerbliche Warenlieferung sollten typischerweise folgende Informationen beziehungsweise Dokumente vorbereitet werden:
- Commercial Invoice
- Packing List
- Air Waybill oder Bill of Lading
- präzise Warenbeschreibung
- HS-Code
- Warenwert
- Ursprungsland
- Versender- und Empfängerdaten
- gegebenenfalls EUR.1 oder Ursprungserklärung
- gegebenenfalls Importgenehmigungen
Bei Mustern, Garantieersatz oder anderen Sendungen ohne klassischen Warenverkauf kann abhängig vom Vorgang eine Proforma-Rechnung verwendet werden.
Weitere Informationen finden Sie unter Proformarechnung beim Zoll richtig verwenden.
Gibt es ein Handelsabkommen zwischen Peru und der EU?
Ja.
Das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union sowie Peru und Kolumbien wird mit Peru seit dem 1. März 2013 angewendet.
Ecuador ist dem Abkommen später ebenfalls beigetreten.
Das Abkommen reduziert beziehungsweise beseitigt für viele Ursprungserzeugnisse Einfuhrzölle.
Für deutsche Exporteure kann das einen erheblichen Unterschied machen.
Entscheidend ist jedoch, dass die Ware die jeweiligen Ursprungsregeln tatsächlich erfüllt.
Brauche ich eine EUR.1 für Peru?
Für Waren mit EU-Präferenzursprung kann eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 als Präferenznachweis verwendet werden.
Alternativ erlaubt das Abkommen eine Ursprungserklärung beziehungsweise Rechnungserklärung.
Bei Sendungen mit Ursprungserzeugnissen bis zu einem Gesamtwert von:
6.000 Euro
kann diese grundsätzlich von jedem Ausführer erstellt werden.
Bei höheren Werten kann ein entsprechend ermächtigter Ausführer die Ursprungserklärung verwenden. Alternativ kann eine EUR.1 eingesetzt werden.
Der Versand aus Deutschland allein reicht für eine Präferenzbehandlung nicht aus. Entscheidend ist der präferenzielle Ursprung der Ware.
Wie lange dauert ein Paket nach Peru?
DHL Paket nennt aktuell eine Laufzeitorientierung von:
12 bis 18 Werktagen.
Die Lagerfrist beträgt aktuell 30 Tage.
Expresssendungen können zentrale Zielgebiete deutlich schneller erreichen.
DHL Express weist für Peru je nach Sendungsart und Service eine Regellaufzeit von ungefähr 2 Werktagen im internationalen Hauptlauf aus.
Bei zollpflichtigen Waren sowie bei Empfängeradressen außerhalb der großen Ballungsräume kann zusätzliche Zeit entstehen.
Die tatsächliche Laufzeit hängt außerdem ab von:
- Zollabfertigung
- Importgenehmigungen
- Empfängerregion
- Warenart
- Vollständigkeit der Dokumente
Welche Sprache sollte die Zollinhaltserklärung haben?
DHL nennt für Peru:
- Englisch
- Spanisch
Für eine möglichst eindeutige Zollabfertigung empfiehlt sich eine präzise englische oder spanische Warenbeschreibung.
Nicht:
„Machine Parts“
sondern beispielsweise:
„Stainless steel coupling for industrial centrifugal pump“
Damit sind Produkt, Material und Verwendungszweck besser erkennbar.
Adresse nach Peru richtig schreiben
Internationale Adressen sollten in lateinischen Buchstaben und mit arabischen Ziffern angegeben werden.
Ein mögliches Format ist:
PERU INDUSTRIAL S.A.C.
AV. JAVIER PRADO ESTE 2450
SAN BORJA
15036 LIMA
PERU
Telefonnummer und E-Mail-Adresse des Empfängers sollten zusätzlich hinterlegt werden.
Bei B2B-Sendungen kann außerdem die peruanische RUC des Importeurs für die Zollabwicklung erforderlich sein.
Diese Fehler verzögern Sendungen nach Peru
Viele Verzögerungen entstehen nicht während des eigentlichen Transports, sondern erst bei der Einfuhr.
Typische Probleme sind:
- Warenbeschreibung ist zu allgemein
- HS-Code wurde falsch bestimmt
- Warenwert ist nicht nachvollziehbar
- CIF-Kosten wurden falsch berücksichtigt
- RUC des gewerblichen Importeurs ist nicht gültig
- notwendige VUCE-Genehmigung fehlt
- EU-Präferenzursprung wird ohne Nachweis angegeben
- EUR.1 oder Ursprungserklärung ist fehlerhaft
- Commercial Invoice und Packing List stimmen nicht überein
- Empfängerinformationen sind unvollständig
Gerade bei wiederkehrenden Artikeln sollten HS-Code, Ursprungsland und präzise Warenbeschreibung deshalb möglichst zentral im Artikelstamm gepflegt werden.
So müssen dieselben Zolldaten nicht bei jeder Sendung erneut manuell zusammengestellt werden.
Welche Waren werden von Deutschland nach Peru versendet?
Peru verfügt über bedeutende Bergbau-, Energie-, Landwirtschafts-, Lebensmittel- und Industriesektoren.
Dadurch besteht insbesondere bei Maschinen, technischen Komponenten und Investitionsgütern Importbedarf.
Für deutsche Unternehmen können beispielsweise folgende Waren interessant sein:
- Maschinen und Produktionsanlagen
- Bergbau- und Fördertechnik
- Maschinenersatzteile
- Pumpen und Wassertechnik
- Elektrotechnik
- Automatisierungs- und Steuerungstechnik
- Mess- und Prüftechnik
- medizinische Geräte und Zubehör
- Labor- und Analysetechnik
- IT- und Kommunikationstechnik
- Werkzeuge und industrielle Komponenten
Gerade bei technischen Waren sollte die Zolltarifnummer bereits vor dem Versand eindeutig bestimmt werden.
Peru verwendet auf Basis des Harmonisierten Systems nationale Zolltarifpositionen. Der HS-Code entscheidet unter anderem über Zollsatz, mögliche Präferenz und Genehmigungspflichten.
Bei elektronischen Geräten mit Lithium-Ionen-Akkus müssen außerdem die jeweiligen Transportvorschriften des Carriers berücksichtigt werden.
Versandinformationen: Peru
Standard, Express oder Fracht nach Peru?
Welche Versandart sinnvoll ist, hängt vor allem von Größe, Gewicht und Dringlichkeit ab.
Standardpaket
Für kleinere und weniger zeitkritische Sendungen kann ein internationaler Paketservice genutzt werden.
DHL Paket nennt aktuell eine Laufzeitorientierung von 12 bis 18 Werktagen.
Weitere Informationen finden Sie unter DHL Paket und internationale Versandoptionen.
Expressversand
Für dringende Ersatzteile, technische Produkte oder Produktionsmaterial kann Express deutlich schneller sein.
Für zentrale Zielgebiete sind je nach Carrier Laufzeiten von wenigen Werktagen möglich.
Frachtversand
Für Maschinen, Paletten und größere Warenmengen kommen insbesondere Luft- und Seefracht infrage.
Bei schwereren Sendungen lohnt sich deshalb ein Vergleich zwischen Paketdienst, Express und klassischer Spedition.
Callao und Chancay prägen den Seefrachtverkehr nach Peru
Für größere Warenlieferungen besitzt die peruanische Pazifikküste eine strategisch wichtige Hafeninfrastruktur.
Der bedeutendste klassische Hafenstandort ist:
Callao.
Der Hafen liegt unmittelbar westlich von Lima und verfügt unter anderem über:
- Muelle Sur für Containerverkehre
- Terminal Norte Multipropósito
- spezialisierte Umschlaganlagen
Callao besitzt innerhalb Perus das höchste Verkehrsvolumen und umfangreiche Lager- und Containerkapazitäten.
Hinzu kommt der neue Hafen:
Chancay.
Dieser liegt rund 70 Kilometer nördlich von Lima und ist als moderner automatisierter Multipurpose- und Container-Hub konzipiert.
Weitere bedeutende Hafenstandorte sind unter anderem:
- Paita
- Matarani
- Pisco
Für Maschinen und größere B2B-Lieferungen können damit verschiedene Seefrachtrouten infrage kommen.
Weitere Informationen finden Sie unter Frachtversand für internationale Geschäftssendungen.
Welche Importkosten können in Peru entstehen?
Die tatsächlichen Einfuhrkosten hängen von Ware und Importkonstellation ab.
Mögliche Bestandteile sind:
- Ad-valorem-Zoll von 0, 6 oder 11 %
- 18 % IGV/IPM
- gegebenenfalls Impuesto Selectivo al Consumo
- gegebenenfalls IGV-Perception des Importeurs
- Importgenehmigungskosten
- Zollagentenkosten
- Carrier-Abfertigungsgebühren
Der Einfuhrzoll wird grundsätzlich auf den CIF-Wert berechnet.
Der IGV wird anschließend auf einer erweiterten Bemessungsgrundlage berechnet, die unter anderem CIF-Wert und Einfuhrzoll umfasst.
Für Produkte mit EU-Präferenzursprung kann der reguläre Einfuhrzoll aufgrund des Handelsabkommens reduziert werden oder entfallen.
Die 18 Prozent IGV sind davon getrennt zu betrachten.
Was kostet ein Paket nach Peru?
Der Transportpreis richtet sich insbesondere nach:
- Gewicht
- Abmessungen
- Volumengewicht
- Carrier
- Standard- oder Expressversand
- Zielregion
- Warenart
- Zusatzleistungen
Eine Sendung nach Lima kann deshalb anders kalkuliert werden als eine Zustellung in eine abgelegene Region der Anden oder des Amazonasgebietes.
Neben dem reinen Transportpreis sollten mögliche Einfuhrabgaben und Abfertigungsgebühren berücksichtigt werden.
Bei regelmäßigem Versand kann sich deshalb ein Vergleich verschiedener Carrier besonders lohnen.
Mehr dazu finden Sie unter Multi-Carrier-Versand für internationale Unternehmen.
Onlinehandel nach Peru: Die 200-US-Dollar-Grenze richtig nutzen
Peru besitzt für kleine internationale Courier-Sendungen eine vergleichsweise klare Wertgrenze.
Normale Sendungen mit einem FOB-Wert von:
bis zu 200 US-Dollar
können grundsätzlich von Einfuhrzoll und IGV befreit sein.
Für Courier-Sendungen mit einem FOB-Wert von:
mehr als 200 bis maximal 2.000 US-Dollar
gilt im vereinfachten Courier-Verfahren grundsätzlich:
- 4 % Ad-valorem-Zoll
- 18 % IGV/IPM
Es bestehen jedoch wichtige Ausnahmen.
Waren mit besonderen Abgaben, Beschränkungen, Präferenzbehandlung oder anderen speziellen Zollregelungen können in eine andere Kategorie fallen.
Auch mehrere Sendungen dürfen nicht künstlich aufgeteilt werden, um die 200-US-Dollar-Grenze zu umgehen.
RUC bei gewerblichen Importen beachten
Für kommerzielle Einfuhren benötigt der peruanische Empfänger grundsätzlich eine aktive RUC.
Für Privatpersonen bestehen dagegen begrenzte Ausnahmen.
Eine Privatperson kann beispielsweise ohne RUC bis zu drei gelegentliche Einfuhren pro Kalenderjahr durchführen, wenn jede Sendung einen FOB-Wert von höchstens 1.000 US-Dollar besitzt.
Alternativ ist einmal jährlich eine Einfuhr von mehr als 1.000 bis maximal 2.000 US-Dollar möglich.
Sobald Waren gewerblichen Zwecken dienen, sollte der Importeur jedoch über eine entsprechende RUC verfügen.
Importkosten möglichst schon im Shop transparent machen
Bei internationalen Bestellungen sollten bereits im Shopsystem möglichst vollständig gepflegt sein:
- Warenbeschreibung
- Warenwert
- Gewicht
- Ursprungsland
- HS-Code
Bei höherem Versandvolumen können Zoll- und Einfuhrkosten außerdem bereits während des Checkouts berücksichtigt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter Landed Costs im Checkout anzeigen.
Gerade bei längeren Standardlaufzeiten sind außerdem automatische Statusmeldungen sinnvoll.
Mehr dazu finden Sie unter proaktive Sendungsupdates für internationale Lieferungen.
EU-Handelsabkommen und vereinfachte Courier-Einfuhr treffen in Peru aufeinander
Peru ist für internationale Händler besonders interessant, weil mehrere Zollverfahren parallel relevant sein können.
Bei einer normalen niedrigwertigen Courier-Sendung kann die 200-US-Dollar-Regel entscheidend sein.
Bei höherwertigen Geschäftswaren kann dagegen das Handelsabkommen zwischen Peru und der Europäischen Union eine größere Rolle spielen.
Dadurch sollte vor Versand nicht nur gefragt werden:
Wie hoch ist der Warenwert?
Ebenso wichtig sind:
- Welche Tarifnummer besitzt die Ware?
- Ist sie reguliert?
- Besitzt sie EU-Präferenzursprung?
- Welcher Importeur tritt in Peru auf?
- Welches Zollverfahren wird verwendet?
Eine Sendung unter 2.000 US-Dollar läuft deshalb nicht zwangsläufig automatisch im einfachen 4-Prozent-Courierverfahren.
Wird beispielsweise eine internationale Präferenz beansprucht, kann eine andere zollrechtliche Einordnung erforderlich werden.
Gerade bei wiederkehrenden B2B-Sendungen lohnt sich deshalb eine saubere Kombination aus Artikelstammdaten, Ursprungsinformationen und automatisierter Dokumentenerstellung.
Welcher Carrier eignet sich für Peru?
Für Sendungen von Deutschland nach Peru stehen verschiedene internationale Paket-, Express- und Frachtanbieter zur Verfügung.
Je nach Sendung können beispielsweise genutzt werden:
- DHL
- DHL Express
- UPS
- FedEx
- internationale Luftfrachtpartner
- Seefracht- und Speditionspartner
Beim Vergleich sollte nicht ausschließlich der Grundpreis berücksichtigt werden.
Wichtige Kriterien sind außerdem:
- Laufzeit
- Zollservice
- Tracking
- Versicherung
- Gewichts- und Größenlimits
- Zielregion
- Remote-Area-Zuschläge
- Unterstützung bei der Zollabfertigung
Für ein kleines Ersatzteil nach Lima kann deshalb ein Expressdienst sinnvoll sein, während bei einer Maschine oder mehreren Paletten Luft- beziehungsweise Seefracht wirtschaftlicher sein kann.
Häufige Fragen zum Versand
Kann ich ein Paket von Deutschland nach Peru versenden?
Ja. Pakete, Expresssendungen und Geschäftswaren können von Deutschland nach Peru verschickt werden. Da Peru außerhalb der EU liegt, benötigen Warensendungen vollständige Zollinformationen.
Wie lange dauert ein Paket nach Peru?
DHL Paket nennt aktuell eine Laufzeitorientierung von 12 bis 18 Werktagen. Expresssendungen können zentrale Zielgebiete wie Lima deutlich schneller erreichen.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Peru?
Der peruanische Gesamtsteuersatz aus IGV und IPM beträgt 2026 weiterhin 18 Prozent. Bei Importen wird die Steuer grundsätzlich auf den CIF-Wert zuzüglich Einfuhrzoll und weiterer relevanter Abgaben berechnet.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll in Peru?
Bei normalen Einfuhren gelten je nach Tarifposition insbesondere Ad-valorem-Zollsätze von 0, 6 oder 11 Prozent. Für qualifizierte EU-Ursprungswaren können aufgrund des Handelsabkommens niedrigere Zollsätze gelten.
Gibt es ein Handelsabkommen zwischen Peru und der EU?
Ja. Das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union sowie Peru und Kolumbien wird mit Peru seit dem 1. März 2013 angewendet. Es ermöglicht für qualifizierte Ursprungserzeugnisse eine bevorzugte Zollbehandlung.
Brauche ich eine EUR.1 für Peru?
Eine EUR.1 kann als Präferenznachweis für qualifizierte EU-Ursprungswaren verwendet werden. Alternativ ist eine Ursprungserklärung möglich. Bei Ursprungserzeugnissen bis 6.000 Euro kann sie grundsätzlich von jedem Ausführer erstellt werden; oberhalb der Grenze gelten zusätzliche Voraussetzungen.
Gibt es eine Zollfreigrenze für Pakete nach Peru?
Bestimmte normale Post- und Courier-Sendungen mit einem FOB-Wert bis 200 US-Dollar sind von Einfuhrzoll und IGV befreit. Für eingeschränkte Waren und besondere Verfahren gelten Ausnahmen.
Was passiert bei Courier-Sendungen über 200 US-Dollar?
Bei normalen Courier-Sendungen mit einem FOB-Wert von mehr als 200 bis 2.000 US-Dollar gelten im vereinfachten Verfahren grundsätzlich 4 Prozent Ad-valorem-Zoll und 18 Prozent IGV. Sonderfälle und regulierte Waren können anders behandelt werden.
Was ist VUCE in Peru?
Die Ventanilla Única de Comercio Exterior ist Perus zentrale digitale Plattform für verschiedene Import-, Export- und Transitverfahren. Darüber können unter anderem Genehmigungen für eingeschränkte Waren beantragt und bearbeitet werden.
Braucht der Empfänger in Peru eine RUC?
Für gewerbliche Importe ist grundsätzlich eine aktive peruanische RUC erforderlich. Für bestimmte gelegentliche Privatimporte bestehen begrenzte Ausnahmen hinsichtlich Wert und Anzahl der Einfuhren.
Welche Sprache sollte die Zollinhaltserklärung haben?
DHL nennt Englisch und Spanisch als zulässige Sprachen für die Zollinhaltserklärung nach Peru. Die Warenbeschreibung sollte Produkt, Material und Verwendungszweck möglichst eindeutig nennen.
Welche Dokumente brauche ich für Peru?
Typischerweise werden Handelsrechnung, Transportdokument, vollständige Warenbeschreibung, HS-Code, Warenwert und Ursprungsangabe benötigt. Je nach Ware können zusätzlich Packing List, EUR.1, Ursprungserklärung oder Importgenehmigungen erforderlich sein. SUNAT verlangt bei vereinfachten Importverfahren unter anderem Rechnung, Transportdokument und gegebenenfalls Kontroll- und Ursprungsdokumente.





