Paket in den Südsudan versenden: Zoll, Sales Tax und Laufzeit
Von Deutschland nach Juba, Wau oder Malakal: Versand und Einfuhr richtig vorbereiten
Der Südsudan ist ein Binnenstaat in Ostafrika und besitzt keinen eigenen Seehafen. Für internationale Warenströme ist deshalb nicht nur das Zielland entscheidend. Größere Seefrachtsendungen müssen zunächst über einen Hafen in einem anderen ostafrikanischen Staat transportiert und anschließend auf dem Landweg in den Südsudan weiterbefördert werden. Wichtigstes Wirtschafts-, Verwaltungs- und Logistikzentrum ist Juba.
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Beim Südsudan gehören Zoll und Transportkorridor gemeinsam zur Versandplanung
Da das Land keinen Zugang zum Meer besitzt, kann bei größeren Waren nach der internationalen Seefracht noch eine lange Transitstrecke folgen.
Warenbeschreibung, HS-Code, Warenwert, Ursprung, Empfänger und Einfuhrweg sollten deshalb möglichst schon vor der Abholung feststehen.
Sales Tax nicht mit VAT verwechseln
Der Südsudan erhebt eine Sales Tax auf importierte Waren. Da sich veröffentlichte Finanzregelungen und die praktische Anwendung in den vergangenen Jahren teilweise unterschieden haben, sollte die aktuelle Rate unmittelbar vor der Einfuhr bestätigt werden.
HS-Code bestimmt den Einfuhrzoll
Der Zoll hängt von der konkreten Warenart ab. Der Südsudan ist Mitglied der East African Community, die vollständige praktische Harmonisierung des Zollsystems sollte für die konkrete Ware jedoch nicht einfach vorausgesetzt werden.
Importeur frühzeitig vorbereiten
Das offizielle Handelsportal führt für verschiedene gewerbliche Waren eine Registrierung des Importeurs, eine Importlizenz und ein Certificate of Conformity als Bestandteile des Importprozesses auf.
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Wichtige Informationen zu Zoll & Einfuhrabgaben
DAP oder DDP in den Südsudan?
Vor dem Versand sollte eindeutig geklärt werden, wer die Einfuhrabfertigung übernimmt.
Bei DAP organisiert der Verkäufer grundsätzlich die Beförderung bis zum vereinbarten Bestimmungsort.
Die Einfuhrabfertigung und die entstehenden Importkosten übernimmt grundsätzlich der Empfänger.
Dazu können gehören:
- Einfuhrzoll
- Sales Tax
- gegebenenfalls Excise Duty
- gegebenenfalls Advance Business Profit Tax
- Import- und Konformitätsgebühren
- Zollagentenkosten
- Carrier- und Abfertigungsgebühren
- Transitkosten
- gegebenenfalls Lagerkosten
Bei DDP übernimmt dagegen der Verkäufer die vereinbarten Importkosten und weitergehenden Verpflichtungen.
Beim Südsudan sollte eine DDP-Lösung nur nach konkreter Prüfung angeboten werden.
Zu klären sind mindestens:
- HS-Code
- Warenwert
- Zollwert
- Einfuhrzoll
- aktuelle Sales Tax
- eventuelle Excise Duty
- weitere importerbezogene Steuern
- Importlizenz
- Certificate of Conformity
- lokaler Importeur
- Zollagent
- internationaler Transportkorridor
Bei Seefracht muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass der internationale Transport nicht in einem südsudanesischen Hafen endet.
Eine Landed-Cost-Berechnung hilft dabei, Transport, Transit und Einfuhrkosten gemeinsam zu betrachten.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll im Südsudan?
Ein pauschaler Zollsatz ist für den Südsudan nicht sinnvoll.
Der konkrete Satz hängt insbesondere ab von:
- HS-Code
- Warenart
- aktuellem Zolltarif
- eventuellen Sonderregelungen
- Excise-Klassifizierung
- regionalen Handelsregelungen
Der Südsudan gehört seit 2016 zur:
East African Community, kurz EAC.
Zur EAC gehört grundsätzlich ein gemeinsamer Außenzoll.
Die aktuelle Struktur des EAC Common External Tariff umfasst unter anderem Zollstufen für:
- Rohstoffe und bestimmte Investitionsgüter
- Zwischenprodukte
- Fertigwaren
- besonders geschützte Waren
Für eine konkrete deutsche Einfuhr sollte der EAC-Tarif jedoch nicht ungeprüft übernommen werden.
Die vollständige Integration des südsudanesischen Zollsystems in sämtliche EAC-Regelungen ist ein fortlaufender Prozess.
Auch 2026 wird in offiziellen südsudanesischen Diskussionen noch auf ältere beziehungsweise nicht vollständig harmonisierte Einfuhrzölle hingewiesen.
Deshalb gilt:
HS-Code und tatsächlich aktuell angewendeten Südsudan-Tarif prüfen.
Der Zollwert ist mehr als der Warenpreis
Bei der Berechnung der Einfuhrabgaben ist der reine Rechnungsbetrag nicht immer ausreichend.
Abhängig vom konkreten Verfahren können unter anderem berücksichtigt werden:
- Warenwert
- internationale Fracht
- Versicherung
- bestimmte weitere Kosten bis zur Einfuhr
Bei einem Binnenland ist diese Frage besonders wichtig.
Eine Maschine kann beispielsweise über:
Deutschland → Mombasa → Kenia → Uganda → Südsudan
transportiert werden.
Damit können internationale Fracht- und Transitkosten einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten ausmachen.
Mehr dazu finden Sie unter Zollwert richtig berechnen.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer im Südsudan?
Der Südsudan verwendet derzeit keine klassische VAT nach dem europäischen Mehrwertsteuermodell.
Stattdessen besteht eine:
Sales Tax.
Sie wird unter anderem auf importierte Waren erhoben.
Die Steuerbemessungsgrundlage umfasst bei Importen grundsätzlich:
- Zollwert
- zuzüglich Customs Duty
- zuzüglich Excise Duty, sofern diese anfällt
Die veröffentlichten Regelungen der vergangenen Haushaltsjahre zeigen allerdings Unterschiede zwischen gesetzlichen beziehungsweise entworfenen Sätzen und der tatsächlichen operativen Anwendung.
Für 2024/25 wurde in der praktischen Umsetzung ein Satz von:
18 %
kommuniziert.
Neuere Finanzentwürfe nennen dagegen:
20 %
für importierte Waren.
Da der aktuelle Gesetzgebungs- und Umsetzungsstand nicht vollständig widerspruchsfrei öffentlich dokumentiert ist, sollte die tatsächlich anzuwendende Sales Tax vor einer verbindlichen DDP- oder Landed-Cost-Kalkulation durch den Importeur oder Zollagenten bestätigt werden.
Das ist belastbarer als eine pauschale Steuerangabe, die beim tatsächlichen Import bereits wieder veraltet sein kann.
eCustoms: Südsudan digitalisiert die Einfuhrabwicklung
Die South Sudan Revenue Authority betreibt inzwischen ein eigenes:
eCustoms-System.
Über das Portal können Importeure und Zollagenten unter anderem:
- Zollanmeldungen erstellen
- Anmeldungen elektronisch einreichen
- Zahlungen vornehmen
- den Status von Anmeldungen verfolgen
- mit registrierten Customs Agents arbeiten
Das System umfasst nach Angaben der Zollverwaltung auch:
- Tax Tariff Calculation
- Consignment Inspection
- Clearance
- Certificate-of-Destination-Prozesse
Für Unternehmen bedeutet das:
Elektronische Einfuhrdaten, Handelsrechnung und tatsächliche Ware sollten möglichst exakt übereinstimmen.
Besonders wichtig sind:
- präzise Warenbeschreibung
- HS-Code
- Warenwert
- Warenursprung
- Gewicht
- Menge
- Transportkosten
- vollständige Empfängerdaten
Mehr zum digitalen Austausch von Versand- und Zolldaten finden Sie unter Paperless Trade im internationalen Versand.
Paket in den Südsudan versenden: Was Unternehmen vor dem Versand wissen sollten
Der Südsudan wurde 2011 unabhängig und ist der jüngste international anerkannte Staat Afrikas.
Das Land grenzt an:
- Sudan
- Äthiopien
- Kenia
- Uganda
- Demokratische Republik Kongo
- Zentralafrikanische Republik
Einen eigenen Zugang zum Meer besitzt der Südsudan nicht.
Wirtschaftliches und logistisches Zentrum ist:
Juba.
Weitere wichtige Städte sind unter anderem:
- Wau
- Malakal
- Bor
- Yambio
- Rumbek
Für internationale Waren ist die geografische Lage eine der wichtigsten Besonderheiten des Landes.
Welche Dokumente brauche ich für den Südsudan?
Für gewerbliche Warensendungen werden typischerweise benötigt:
- Handelsrechnung
- Packing List
- Air Waybill beziehungsweise Transportdokument
- präzise Warenbeschreibung
- HS-Code
- Warenwert
- Warenursprung
- gegebenenfalls Import License
- gegebenenfalls Certificate of Conformity
- gegebenenfalls Import Permit
- gegebenenfalls Certificate of Origin
- weitere produktspezifische Genehmigungen
Das offizielle Trade Information Hub zeigt, dass die Anforderungen je nach Produktgruppe deutlich variieren können.
Für Maschinen werden beispielsweise ausdrücklich:
- Importer-/Exporter-Registrierung
- Import License
- Certificate of Conformity
als Bestandteile des Importprozesses aufgeführt.
Bei medizinischen Produkten kommen weitere Genehmigungen hinzu.
Deshalb sollte der Empfänger die produktbezogenen Anforderungen bereits vor der Abholung prüfen.
Bei einem normalen Warenverkauf wird eine Handelsrechnung verwendet.
Für:
- kostenlose Muster
- Garantielieferungen
- Ersatzware ohne Berechnung
- Geschenksendungen
kann eine Proformarechnung sinnvoll sein.
Auch kostenlose Ware benötigt einen realistischen Zollwert.
Mehr dazu finden Sie unter Proformarechnung beim Zoll richtig verwenden.
Wie lange dauert ein Paket in den Südsudan?
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand eine Laufzeitorientierung von:
7 bis 14 Werktagen.
Die Lagerfrist beträgt:
7 Tage.
Die tatsächliche Laufzeit kann unter anderem beeinflusst werden durch:
- Zollabfertigung
- fehlende Dokumente
- Importgenehmigungen
- Empfängerstandort
- lokale Zustellung
- Warenkontrollen
Für dringende:
- Ersatzteile
- medizinische Ausrüstung
- technische Komponenten
- Produktionsmaterialien
sollte zusätzlich ein Expressservice geprüft werden.
Zollinhaltserklärung auf Englisch ausfüllen
DHL nennt für die Online-Zollinhaltserklärung:
Englisch
als zulässige Sprache.
Bei bestimmten Filialsendungen kann zusätzlich Arabisch verwendet werden.
Für internationale Geschäftssendungen bietet sich Englisch an.
Die Warenbeschreibung sollte möglichst konkret sein.
Nicht:
„Machine parts“
sondern beispielsweise:
„Stainless steel replacement impeller for industrial borehole water pump“
Damit werden:
- Produktart
- Material
- Verwendungszweck
direkt erkennbar.
Adresse in den Südsudan richtig schreiben
DHL verlangt lateinische Buchstaben und arabische Ziffern.
Eine mögliche Geschäftsadresse kann beispielsweise so aufgebaut werden:
ABC Engineering Ltd.
Industrial Area
JUBA
SOUTH SUDAN
Besonders wichtig sind zusätzlich:
- Telefonnummer
- E-Mail-Adresse
des Empfängers.
Bei internationalen Lieferungen in den Südsudan sollte die direkte Erreichbarkeit des Empfängers besonders ernst genommen werden.
Das erleichtert:
- Zollrückfragen
- Abstimmung mit dem Zustellpartner
- Abholung
- alternative Zustellung
Juba ist der wichtigste Luftfrachtstandort
Der wichtigste internationale Flughafen des Landes ist:
Juba International Airport.
Für kleinere und zeitkritische Waren kann Luftfracht deshalb eine sinnvolle Alternative zur langen Landroute sein.
Besonders geeignet sind beispielsweise:
- dringende Ersatzteile
- Elektronik
- medizinische Geräte
- Mess- und Prüftechnik
- Maschinenkomponenten
- IT-Hardware
Da Juba zugleich das wichtigste Wirtschaftszentrum des Landes ist, kann bei Empfängern in der Hauptstadt die zusätzliche Inlandstrecke relativ kurz bleiben.
Bei Zielen wie Wau oder Malakal ist dagegen eine weitere innerstaatliche Beförderung erforderlich.
Der Südsudan besitzt keinen eigenen Seehafen
Diese geografische Tatsache prägt den Frachtversand besonders stark.
Container können nicht direkt per Seeschiff in den Südsudan transportiert werden.
Ein wichtiger Warenkorridor führt über:
Port of Mombasa in Kenia.
Von dort kann die Ware über den Northern Corridor weiter in Richtung:
- Kenia
- Uganda
- Südsudan
befördert werden.
Eine mögliche Transportkette lautet:
Deutschland → Mombasa → Uganda → Nimule → Juba.
Damit besteht eine internationale Seefracht in den Südsudan praktisch aus:
Seetransport + Transit durch andere Staaten + Grenzabfertigung + Inlandstransport.
Für Maschinen und Paletten sollten diese Abschnitte bereits im Angebot berücksichtigt werden.
Naivasha ist Teil des Transitkorridors Richtung Südsudan
Die Kenya Ports Authority betreibt Inland Container Depots, um Containerverkehr aus Mombasa näher an die ostafrikanischen Hinterlandmärkte zu bringen.
Das Inland Container Depot in:
Naivasha
wird ausdrücklich auch für Transitmärkte wie den Südsudan genutzt.
Container können zunächst per Bahn von Mombasa ins kenianische Hinterland transportiert und von dort weiter auf der Straße befördert werden.
Für größere B2B-Warenströme kann dieser multimodale Transport eine Alternative zu einer ausschließlich straßengebundenen Beförderung ab dem Hafen sein.
Nimule ist ein wichtiger Grenzübergang für Waren
Ein besonders wichtiger Eingangspunkt auf dem Landweg ist:
Nimule
an der Grenze zwischen Uganda und Südsudan.
Über diesen Korridor läuft ein erheblicher Teil des regionalen Straßenhandels.
Das offizielle South Sudan Trade Information Hub hebt Nimule ausdrücklich als wichtigen Standort für die Vereinfachung grenzüberschreitender Handelsverfahren hervor.
Für Fracht aus Richtung Mombasa beziehungsweise Uganda kann die Strecke deshalb beispielsweise lauten:
Mombasa → Uganda → Nimule → Juba.
Bei zeitkritischen Lieferungen sollte berücksichtigt werden, dass Grenz- und Transitverfahren zusätzliche Laufzeit verursachen können.
Südsudan ist seit 2016 Mitglied der East African Community
Der Südsudan gehört seit:
5. September 2016
vollständig zur:
East African Community.
Damit ist das Land Teil eines regionalen Wirtschaftsraums mit Staaten wie:
- Kenia
- Uganda
- Tansania
- Ruanda
- Burundi
- Demokratische Republik Kongo
- Somalia
Zu den zentralen Bestandteilen der EAC gehört eine Zollunion mit einem gemeinsamen Außenzoll.
Für den Südsudan ist jedoch wichtig:
Die praktische Anpassung nationaler Zolltarife und Verfahren an das EAC-System erfolgt nicht in allen Bereichen vollkommen gleichmäßig.
Noch 2026 wurde öffentlich darauf hingewiesen, dass bei einzelnen Waren alte südsudanesische Zollsätze verwendet werden.
Für deutsche Waren sollte der aktuelle Zollsatz deshalb konkret geprüft werden.
Profitiert der Südsudan von Everything But Arms?
Ja.
Der Südsudan ist aktuell Begünstigter der europäischen:
Everything But Arms, kurz EBA
Regelung.
Damit erhalten qualifizierte Ursprungserzeugnisse des Südsudan grundsätzlich zoll- und quotenfreien Zugang zur Europäischen Union, ausgenommen Waffen und Munition.
Für deutsche Exporte ist jedoch die Richtung entscheidend.
EBA gilt:
Südsudan → Europäische Union.
Nicht automatisch:
Deutschland → Südsudan.
Eine deutsche Maschine wird durch EBA deshalb nicht zollfrei in den Südsudan eingeführt.
Gibt es ein EU-EAC-Handelsabkommen für den Südsudan?
Für die East African Community wurde ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit der Europäischen Union ausgehandelt.
Der Südsudan nahm an diesen ursprünglichen Verhandlungen jedoch nicht teil, weil er der EAC erst 2016 beitrat.
Das regionale EU-EAC-EPA ist außerdem nicht allgemein für alle EAC-Staaten in Kraft.
Der Südsudan kann daher für deutsche Waren aktuell nicht einfach wie ein Land mit einer bestehenden gegenseitigen EU-Präferenz behandelt werden.
Die EBA-Regelung bleibt eine einseitige Begünstigung südsudanesischer Waren beim Import in die EU.
Brauche ich eine EUR.1 für den Südsudan?
Für einen normalen Export:
Deutschland → Südsudan
ist eine EUR.1 nicht automatisch ein Präferenznachweis, der einen niedrigeren südsudanesischen Zoll auslöst.
Es besteht aktuell keine allgemein angewandte gegenseitige EU-Südsudan-Präferenz, die eine deutsche EUR.1 automatisch zum Zollsparinstrument macht.
Je nach Ware oder Einfuhrverfahren kann allerdings ein:
Certificate of Origin
verlangt werden.
Dieses dokumentiert den Warenursprung, ist aber nicht dasselbe wie eine EUR.1 mit Präferenzwirkung.
Certificate of Conformity vor dem Versand prüfen
Ein besonders wichtiger Punkt für gewerbliche Importe ist die Produktkonformität.
Das offizielle Handelsportal nennt bei zahlreichen Waren ein:
Certificate of Conformity
als Bestandteil des Importverfahrens.
Das betrifft beispielsweise:
- Maschinen
- Fahrzeuge
- Bekleidung
- Lebensmittel
- medizinische Geräte
Vor einer größeren B2B-Sendung sollte deshalb geprüft werden, ob für die konkrete Tarifposition eine Konformitätsprüfung notwendig ist.
Wird diese Frage erst beim Grenzübertritt gestellt, steht die Ware naturgemäß bereits am ungünstigsten Ort für fehlende Dokumente.
Wiederkehrende Exportdaten automatisieren
Bei regelmäßigem Versand in den Südsudan sollten wiederkehrende Artikeldaten zentral hinterlegt werden.
Dazu gehören:
- Artikelbezeichnung
- HS-Code
- Ursprungsland
- Gewicht
- Warenwert
Diese Daten können über Shop- und ERP-Anbindungen direkt in den Versandprozess übernommen werden.
So lassen sich:
- Versandlabel
- Handelsrechnungen
- Zolldaten
- Trackinginformationen
konsistenter erstellen.
Mehr dazu finden Sie unter Versanddokumente automatisieren und Fehler reduzieren.
Diese Fehler verzögern Sendungen in den Südsudan
Typische Probleme entstehen häufig, wenn Importanforderungen oder der Weitertransport erst nach Warenabgang geklärt werden.
Dazu gehören:
- Warenbeschreibung ist zu allgemein
- HS-Code fehlt oder ist falsch
- Warenwert ist nicht nachvollziehbar
- aktuelle Sales Tax wurde nicht bestätigt
- Einfuhrzoll wurde pauschal geschätzt
- Excise Duty wurde bei relevanten Waren nicht geprüft
- Advance Business Profit Tax wurde nicht berücksichtigt
- Importer-/Exporter-Registrierung fehlt
- Import License fehlt
- Certificate of Conformity wurde nicht geprüft
- EAC-Zollsatz wird ungeprüft übernommen
- EBA wird fälschlich als gegenseitiges Handelsabkommen verstanden
- EUR.1 wird unnötig als Standard-Präferenznachweis vorgesehen
- Transportweg über Mombasa und Uganda wurde nicht vollständig kalkuliert
- Empfänger ist für Zollrückfragen nicht erreichbar
Gerade bei Maschinen und größeren B2B-Sendungen sollte deshalb der südsudanesische Importeur vor Abholung aktiv in die Vorbereitung eingebunden werden.
Welche Waren werden in den Südsudan importiert?
Der Südsudan ist bei zahlreichen Industrie-, Infrastruktur- und Konsumgütern auf Importe angewiesen.
Wirtschaftlich bedeutend sind insbesondere:
- Ölwirtschaft
- Landwirtschaft
- Bauwesen
- Energieversorgung
- Wasserinfrastruktur
- Telekommunikation
- Transport und Logistik
- Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte
Für deutsche Unternehmen können deshalb insbesondere folgende Produktgruppen interessant sein:
- Maschinen und technische Anlagen
- Maschinen- und Anlagenersatzteile
- Pumpen und Wassertechnik
- Solartechnik
- Generatoren und Energietechnik
- Elektrotechnik
- Mess- und Prüftechnik
- Bau- und Installationstechnik
- Werkzeuge und Werkstattausrüstung
- Landmaschinen
- Fahrzeug- und Nutzfahrzeugteile
- Klima- und Kältetechnik
- medizinische Geräte
- IT- und Kommunikationstechnik
Gerade bei Maschinen und technischen Komponenten sollte die Zolltarifnummer bereits vor dem Versand eindeutig feststehen.
Der HS-Code beeinflusst unter anderem:
- Einfuhrzoll
- Sales Tax
- Excise Duty
- Importlizenz
- Konformitätsanforderungen
- Verbote und Beschränkungen
Das offizielle South Sudan Trade Information Hub enthält dafür produktspezifische Importverfahren.
Für Maschinen nennt das Portal beispielsweise:
- Registrierung als Importeur beziehungsweise Exporteur
- Import License
- Certificate of Conformity
- anschließende Einfuhrabfertigung
Mehr zur korrekten Einreihung finden Sie unter Zolltarifnummer korrekt bestimmen.
Versandinformationen: Südsudan
Standard, Express oder Fracht in den Südsudan?
Welche Versandart sinnvoll ist, hängt insbesondere von:
- Gewicht
- Abmessungen
- Warenwert
- Dringlichkeit
- Zielort
ab.
Für kleinere, weniger zeitkritische Sendungen kann Standard-Paketversand verwendet werden.
DHL nennt aktuell:
7 bis 14 Werktage.
Für:
- dringende Ersatzteile
- medizinische Technik
- Produktionsmaterial
- hochwertige Komponenten
kann Express sinnvoller sein.
Für:
- Maschinen
- Paletten
- mehrere Packstücke
- schwere Waren
- große Projektlieferungen
kommen Luftfracht oder Seefracht mit anschließender Landbeförderung infrage.
Mehr dazu finden Sie unter internationaler Frachtversand für Unternehmen.
Der Südsudan benötigt internationale Transitkorridore
Da das Land keinen Seehafen besitzt, kommen insbesondere folgende Transportarten infrage:
- Paket- und Expressnetzwerke
- Luftfracht nach Juba
- Seefracht über ostafrikanische Häfen
- anschließender Straßentransport
Ein wichtiger Frachtweg führt über den:
Port of Mombasa.
Von dort kann Ware über Kenia und Uganda in Richtung Südsudan weitertransportiert werden.
Das Inland Container Depot Naivasha wird von der Kenya Ports Authority ausdrücklich auch für Transitmärkte wie den Südsudan genutzt.
Eine typische Transportkette kann deshalb lauten:
Deutschland → Mombasa → Naivasha beziehungsweise Nairobi → Uganda → Nimule → Juba.
Bei besonders zeitkritischen Waren kann dagegen Luftfracht direkt nach Juba wesentlich sinnvoller sein.
Welche Importkosten können im Südsudan entstehen?
Abhängig von der Ware und dem Importeur können unter anderem entstehen:
- Einfuhrzoll
- Sales Tax auf importierte Waren
- gegebenenfalls Excise Duty
- gegebenenfalls 4 % Advance Business Profit Tax auf bestimmte Importwaren
- Import- und Konformitätsgebühren
- Zollagentenkosten
- Carrier- und Abfertigungsgebühren
- Transitkosten
- Lagerkosten
Der genaue Zollsatz richtet sich nach der konkreten Tarifposition.
Die aktuelle Sales Tax sollte vor einer verbindlichen Kalkulation bestätigt werden, da veröffentlichte Regelungen zuletzt nicht vollständig widerspruchsfrei waren.
Für DDP-Angebote sollten deshalb keine pauschalen Einfuhrkosten verwendet werden.
Was kostet ein Paket in den Südsudan?
Der Transportpreis hängt insbesondere ab von:
- Gewicht
- Abmessungen
- Volumengewicht
- Carrier
- Versandservice
- Zielort
- Warenart
- Zusatzleistungen
Bei großen, aber leichten Kartons kann das Volumengewicht den Tarif bestimmen.
Mehr dazu finden Sie unter Volumengewicht verstehen und berechnen.
Bei Fracht kommen aufgrund der Binnenlage zusätzliche Kosten hinzu.
Dazu können gehören:
- Seefracht bis Mombasa
- Hafenhandling
- Transitabwicklung
- Straßen- oder Schienentransport durch Kenia
- Transit durch Uganda
- Grenzabfertigung in Nimule
- Weitertransport nach Juba
Der günstigste Seefrachtpreis ist deshalb nicht automatisch der günstigste Gesamtpreis bis zum Empfänger.
E-Commerce in den Südsudan: Einfuhrkosten klar kommunizieren
Für deutsche Onlinehändler ist der Südsudan ein Drittlandziel.
Die EU-IOSS-Regelung gilt dort nicht.
Für den Empfänger können zusätzlich zum Kaufpreis unter anderem entstehen:
- Einfuhrzoll
- Sales Tax
- Zollabfertigungsgebühren
- gegebenenfalls weitere Importsteuern
- lokale Zustellkosten
Bei DAP trägt diese Kosten grundsätzlich der Empfänger.
Onlinehändler sollten deshalb vor dem Kauf deutlich erklären:
- ob DAP oder DDP geliefert wird
- ob Einfuhrkosten enthalten sind
- welche Laufzeit erwartet werden kann
- ob der konkrete Zielort vom Carrier bedient wird
Aufgrund der vergleichsweise komplexen Importabwicklung eignet sich der Südsudan weniger für pauschale internationale Checkout-Zuschläge.
Eine produktspezifische Landed-Cost-Berechnung ist bei höherwertigen Waren deutlich sinnvoller.
Mehr dazu finden Sie unter Versandkosten, Zoll und Einfuhrkosten im Checkout anzeigen.
EAC-Mitgliedschaft und nationale Zollpraxis unterscheiden
Der Südsudan ist seit 2016 Mitglied der East African Community.
Grundsätzlich gehört zur EAC ein gemeinsamer Außenzoll.
Trotzdem sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass jede Tarifposition bereits vollkommen identisch mit Kenia, Uganda oder Tansania behandelt wird.
Die weitere Harmonisierung ist weiterhin Teil der regionalen Integration.
Für deutsche Unternehmen gilt deshalb:
Aktuellen Südsudan-Zollsatz für die konkrete Tarifposition prüfen.
Kein Seehafen: Die letzte internationale Strecke erfolgt über Land
Bei Containerfracht ist die Binnenlage die entscheidende Besonderheit.
Waren können zunächst einen ostafrikanischen Hafen erreichen und befinden sich trotzdem noch mehrere Landesgrenzen vom Empfänger entfernt.
Für den Korridor über Mombasa folgen beispielsweise:
- kenianische Hafenabfertigung
- Transit durch Kenia
- Weitertransport durch Uganda
- Einreise in den Südsudan
- Weiterbeförderung nach Juba oder zum endgültigen Zielort
Diese Strecke sollte bereits bei Angebot und Laufzeitplanung berücksichtigt werden.
EBA wirkt nur in Richtung Europäische Union
Der Südsudan ist Everything-But-Arms-Begünstigter.
Diese Präferenz ist jedoch einseitig.
Sie betrifft:
Südsudan → EU
und nicht automatisch:
EU → Südsudan.
Deutsche Waren erhalten deshalb allein aufgrund von EBA keinen günstigeren Einfuhrzoll.
Welcher Carrier eignet sich für den Südsudan?
Beim Carriervergleich sollten insbesondere berücksichtigt werden:
- Transportpreis
- Laufzeit
- Zollservice
- Tracking
- Versicherung
- maximales Gewicht
- maximale Abmessungen
- Zielort
- lokale Zustellabdeckung
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand:
7 bis 14 Werktage.
Die Lagerfrist beträgt:
7 Tage.
Für die Online-Zollinhaltserklärung ist Englisch vorgesehen.
Für:
- dringende Ersatzteile
- hochwertige technische Waren
- medizinische Geräte
- zeitkritische Geschäftssendungen
sollte zusätzlich ein Expressservice verglichen werden.
Bei Maschinen und Paletten kommen insbesondere Luftfracht nach Juba oder kombinierte See-/Landfrachtlösungen infrage.
Häufige Fragen zum Versand
Kann ich ein Paket von Deutschland in den Südsudan versenden?
Ja. Pakete und Geschäftswaren können von Deutschland in den Südsudan versendet werden. Da das Land außerhalb der Europäischen Union liegt, werden für Warensendungen vollständige Zollinformationen benötigt.
Wie lange dauert ein Paket in den Südsudan?
DHL nennt aktuell für Standard-Paketversand eine Laufzeitorientierung von 7 bis 14 Werktagen. Die tatsächliche Laufzeit hängt insbesondere von Zollabfertigung, Zielort und Versandservice ab.
Gibt es im Südsudan Mehrwertsteuer?
Der Südsudan verwendet derzeit keine klassische VAT nach europäischem Modell, sondern eine Sales Tax. Die aktuell bei Importen anzuwendende Rate sollte vor der Einfuhr bestätigt werden, da veröffentlichte Finanzregelungen zuletzt nicht vollständig widerspruchsfrei waren.
Wie hoch ist der Einfuhrzoll im Südsudan?
Der Einfuhrzoll hängt vom konkreten HS-Code und der Warenart ab. Der Südsudan ist zwar Mitglied der East African Community, der aktuell tatsächlich angewendete Tarif sollte für die konkrete Ware trotzdem separat geprüft werden.
Welche Dokumente brauche ich für den Südsudan?
Typischerweise werden Handelsrechnung, Packing List, Transportdokument, HS-Code, Warenwert und Ursprungsinformationen benötigt. Je nach Ware können außerdem Import License, Certificate of Conformity, Import Permit oder weitere Genehmigungen erforderlich sein.
Brauche ich eine Importlizenz für den Südsudan?
Bei zahlreichen gewerblichen Waren ist eine Importlizenz Bestandteil des offiziellen Importverfahrens. Das South Sudan Trade Information Hub nennt sie beispielsweise bei Maschinen, Fahrzeugen und verschiedenen Konsumgütern.
Brauche ich ein Certificate of Conformity?
Bei vielen Produktgruppen ja. Das offizielle Handelsportal führt ein Certificate of Conformity unter anderem bei Maschinen, Fahrzeugen, medizinischer Ausrüstung und verschiedenen Konsumgütern als Bestandteil des Importprozesses auf.
Ist der Südsudan Mitglied der East African Community?
Ja. Der Südsudan ist seit September 2016 Vollmitglied der East African Community. Bei der praktischen Zollabwicklung sollte dennoch der aktuell im Südsudan angewandte Tarif für die konkrete Ware geprüft werden.
Brauche ich eine EUR.1 für den Südsudan?
Für normale deutsche Exporte in den Südsudan besteht aktuell keine allgemein angewandte gegenseitige EU-Präferenz, durch die eine EUR.1 automatisch den Einfuhrzoll reduziert. Je nach Einfuhr kann allerdings ein Certificate of Origin erforderlich sein.
Profitiert der Südsudan von Everything But Arms?
Ja. Der Südsudan ist EBA-Begünstigter. Die Regelung betrifft jedoch Waren südsudanesischen Ursprungs bei der Einfuhr in die Europäische Union und gewährt deutschen Waren im Südsudan nicht automatisch einen Zollvorteil.
Über welchen Hafen werden Waren in den Südsudan transportiert?
Der Südsudan besitzt keinen eigenen Seehafen. Ein wichtiger Frachtkorridor führt über den Hafen Mombasa in Kenia und anschließend über Kenia und Uganda bis zum Grenzübergang Nimule und weiter nach Juba.
Kann ich in den Südsudan DDP versenden?
Eine DDP-Lieferung kann je nach Carrier und Importkonstellation möglich sein. Vorab sollten jedoch Importeur, Zollagent, HS-Code, Zollsatz, aktuelle Sales Tax, mögliche Excise Duties, Importlizenz, Certificate of Conformity und die gesamte Transportstrecke geprüft werden.





